© BIOTECH AUSTRIA / Alexander Felten Beim 5. Biotech Circle Austria wurde die Zukunft des Life-Science-Sektors diskutiert. Österreichs Biotechnologie hat großes Potenzial, braucht aber bessere Rahmenbedingungen, war man sich einig.
Rund 100 Vertreter:innen aus Forschung, Industrie, Politik und Finanzwelt erörterten beim Treffen in der Wiener Börse Österreichs Wettbewerbsfähigkeit im Life-Science-Bereich. Im Zentrum stand die Frage, wie Österreich sein Potenzial besser ausschöpfen kann – insbesondere durch klare Prioritäten bei Finanzierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit. Dass die Grundlagen stimmen, war man sich einig: Österreich verfüge über ein leistungsfähiges Biotechnologie-Ökosystem, das bei passenden Rahmenbedingungen deutlich stärker wachsen könnte.
Monika Köppl-Turyna, Direktorin der wirtschaftsnahen Plattform EcoAustria, zeichnete in ihrer Keynote den Weg „von der Innovation zur Wirkung“ nach. Sie betonte Österreichs starke Forschungsbasis und das dynamische Wachstum des Life-Sciences-Sektors, verwies aber auch auf strukturelle Hürden, die Skalierung und globale Wettbewerbsfähigkeit begrenzen. Biotechnologie könne zu einem industriellen Wachstumsmotor für Österreich werden – vorausgesetzt, dass Kapitalzugang, regulatorische Rahmenbedingungen und Talententwicklung gezielt gestärkt würden. Biotechnologie sei längst kein Nischensektor mehr, sondern eine strategische Säule für Europas Wettbewerbsfähigkeit, so Monika Köppl-Turyna
Auch Peter Llewellyn-Davies, Präsident von BIOTECH AUSTRIA, sieht großes Potenzial „Österreich hat alles, was es braucht, um ein führender Biotech-Standort zu sein – exzellente Forschung, engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer und ein stark vernetztes Ökosystem“, so der Experte. „Jetzt gilt es, diesen Schwung zu nutzen und konsequent in Wirkung umzusetzen.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion standen konkrete Maßnahmen im Fokus. Entscheidend sei, mehr Wachstumskapital zu mobilisieren – einschließlich Venture Capital, Pensionskassen und öffentlich-privater Instrumente, betonten Florian Frauscher, Sektionschef im Wirtschaftsministerium, und Philipp Kinsky, Partner bei Herbst Kinsky Rechtsanwälte und Experte für Venture Capital und Start-ups. Auch ein nationaler Dachfonds („Fund of Funds“) wurde diskutiert. Zudem wurden Translationsförderungen, Talentbindung sowie die Bedeutung starker Clusterstrukturen als Hebel für mehr Innovation genannt. (tab)