Die Pläne des Finanzministers für Gesundheit

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Rund um die Präsentation der Budgets für 2027 und 2028 hat sich Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) auch zum Gesundheitswesen geäußert. Das sorgt teilweise bei Betroffenen für Bauchweh. 

„Da und dort“ werde es notwendig sein, dass Spitäler zusammengelegt beziehungsweise geschlossen werden. „Aber dadurch wird die Versorgung besser“, sagt Marterbauer in einem Interview mit der Kronenzeitung. Die Vorstellung, dass alle alles machen, könne nicht lange gut gehen. „Wir müssen uns besser über Bundesländergrenzen hinweg abstimmen, und das ist einfach harte Arbeit“. Er sei etwa skeptisch, ob das Burgenland ein eigenes Krankenhaus braucht, richtet er seinem Parteikollegen Hans Peter Doskozil aus. „Es ist wahrscheinlich effizienter, hier mit den Wienern und Niederösterreichern und vielleicht auch mit den Steirern zusammenzuarbeiten. Und das würde ich auch empfehlen, weil ein eigenes Krankenhaus sehr teuer ist.“ 

Wenig überraschend sorgen solche Aussagen für Kritik in den Ländern. „Ich wehre mich gegen das Zusperren von Spitälern,“ sagt etwa Gerhard Stark, Chef der steirischen Spitalsgesellschaft Kages im Interview mit der Kleinen Zeitung. Nach fünf mitunter turbulenten Jahren an der Spitze der Landeskrankenhausgesellschaft geht er bald in den Ruhestand und tut sich somit vielleicht etwas leichter mit solchen Aussagen. Denn in den Ländern wird sehr wohl über Kürzungen bei Spitälern nachgedacht. 

Das Argument: Hohe Fallzahlen sind besser und günstiger. Das stimmt bei komplizierten Eingriffen oft auch. Aber irgendwann wird aus sinnvoller Spezialisierung auch eine Zentralisierungsobsession. Dann sperrt das regionale Spital zu, damit anderswo genug Knie und Mandeln für die Statistik zusammenkommen – und das dortige Personal muss quasi am Fließband arbeiten.  

Besonders absurd wird das bei hochbetagten Menschen aus Pflegeheimen oder in der Betreuung zu Hause. Und das ist eben die Masse der Spitalsfälle. Weil in Heimen oder zu Hause niemand medizinische Entscheidungen treffen darf, wird auch bei vielleicht banalen Ereignissen die Rettung gerufen. Dann fährt man demente 90-Jährige nachts eine Stunde quer durchs Land ins Schwerpunktspital, wo sie nach acht Stunden Neonlicht und Ambulanz verwirrter wieder zurückkommen als vorher. Aber immerhin: die Fallzahl passt. Was es wirklich braucht, sind gute ambulante Strukturen, neue Versorgungs- und Betreuungsangebote und in manchen Bereichen auch mehr Unterstützung für Ärzt:innen durch andere Gesundheitsberufe. (rüm)