Drogenbericht: Neue Substanzen auf dem Vormarsch

© BillionPhotos.com - stock.adobe.com

Nikotin bleibt die häufigste Droge in Österreich, während Alkohol rückläufig ist. Der Konsum risikoreicher Substanzen nimmt vor allem unter Mädchen zu.  

Der Suchtmittelkonsum in Österreich bleibt insgesamt stabil, zugleich verschiebt sich aber das Verhalten. Besonders bei jungen Menschen gibt es klare Veränderungen bei Substanzen, Konsummustern und Risiken, sagt Martin Busch, Leiter des Kompetenzzentrums Sucht der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG). Laut dem Epidemiologiebericht Sucht 2025 und dem Bericht zur Drogensituation 2025 bleibt die Nikotinabhängigkeit die häufigste Suchtform. Rund 24 Prozent der Bevölkerung konsumieren Nikotin täglich. Während der klassische Zigarettenkonsum sinkt, steigen E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Nikotinbeutel vor allem bei Jugendlichen stark an. Die langfristigen Folgen von den extrem hohen Dosen an Nikotin, die dabei oft eingenommen werden, sind laut Expert:innen noch nicht absehbar.  

Der Alkoholkonsum in Österreich ist zwar langfristig rückläufig, bleibt aber auf hohem Niveau. Rund 15 Prozent der Bevölkerung trinken in gesundheitlich riskantem Ausmaß, etwa fünf Prozent gelten als abhängig. Bei illegalen Drogen bleibt Cannabis am weitesten verbreitet. Rund jede:r Fünfte hat es zumindest einmal konsumiert. Zunehmend wird Cannabis jedoch mit synthetischen Cannabinoiden versetzt, was zusätzliche Risiken birgt.  

Deutlich an Bedeutung gewinnen Kokain und andere Stimulanzien. Rund sechs Prozent haben Kokain zumindest einmal konsumiert, der Anteil aktueller Nutzer:innen ist ebenfalls gestiegen. Hohe Verfügbarkeit, sinkende Preise und steigende Reinheit deuten auf ein wachsendes Angebot hin. Kokain bleibt somit eines der wenigen Dinge, „die billiger und besser geworden sind“, so Busch. Der risikoreiche Drogenkonsum wird weiterhin von Opioiden dominiert. Schätzungen für 2023/24 gehen von bis zu 39.000 betroffenen Personen aus. Gleichzeitig nehmen Mischkonsum und komplexe Konsummuster zu, was das Risiko für Notfälle und Todesfälle erhöht. Die Zahl der drogenbezogenen Todesfälle lag 2024 bei 257 und damit deutlich über dem Niveau der frühen 2010er-Jahre. Besonders auffällig ist ein Anstieg bei jungen Mädchen mit Opioidabhängigkeit – häufig in Zusammenhang mit traumatischen Erfahrungen wie sexueller Missbrauch.  

Erstmals wurden in dem Bericht auch Glücksspiel und Sportwetten erfasst. Demnach spielt rund die Hälfte der Bevölkerung zumindest einmal jährlich, etwa vier Prozent – rund 300.000 Personen – zeigen ein problematisches Spielverhalten. Besonders hoch ist das Suchtpotenzial bei Glücksspielautomaten, Sportwetten und Poker. (APA/tab)