Gefälschte Coronatests bringen zweieinhalb Jahre Haft

antigentest test@ koch-pixabay

Im Fall eines groß angelegten Coronatest-Schwindels gab es nun eine Urteilsverkündung. Von dem Betrug waren auch viele Apotheken betroffen.

Eine Wiener Firma, mit der mehrere Wiener Apotheken während der Corona-Pandemie kooperiert hatten, hat mit gefälschten Antigen- und PCR-Tests Profit gemacht. Der Geschäftsführer wurde deshalb nun wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs zu zweieinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt – das Urteil ist nicht rechtskräftig. Das Unternehmen stellte ab Frühjahr 2022 über 71.000 durchgeführte Tests in Rechnung, die allerdings gefälscht waren: Es wurden Listen mit angeblich getesteten Personen vorgelegt und abgerechnet, wobei die Adressen und Sozialversicherungsnummern der angeblich Getesteten frei erfunden waren. In den Teströhrchen, die in einem Labor ausgewertet wurden, befanden sich wiederum fingierte Proben. Teilweise soll der Firmenchef selbst gegurgelt und in die Röhrchen gespuckt haben.

Laut Anklage wurde damit zulasten der Stadt Wien beziehungswese der Republik im Zeitraum April 2022 bis Ende März 2023 ein Schaden von mehr als 700.000 Euro angerichtet. Der Firmenchef bekannte sich nun vor einem Schöffensenat zu einer Summe zwischen 300.000 und 400.000 Euro schuldig. „Es tut mir sehr, sehr leid. Ich verspreche Ihnen, ich werde nie mehr etwas in dieser Art machen“, versprach er und fügte hinzu, er werde zukünftig auch kein Unternehmen mehr leiten. Der 38 Jahre alte Cousin des Geschäftsführers, der sich um die IT gekümmert hatte, wurde als Beitragstäter zu 21 Monaten, davon sieben Monate unbedingt, verurteilt. Die 42 Jahre alte Ehefrau des Firmenchefs wurde freigesprochen. Auch diese Urteile sind nicht rechtskräftig. (red/APA)