Gesundheitsstudie: Das denken Hochaltrige   

© Satjawat – stock.adobe.com

Eine Interdisziplinäre Studie hat untersucht, was ältere Personen in Österreichüber ihr Leben und ihre Gesundheit denken. Unterschiede zeigen sich zwischen den Geschlechtern und beim Bildungsniveau.  

90 Prozent der Menschen über 80 Jahre in Österreich sind mit ihrem Leben zufrieden. Das geht aus der Österreichischen Interdisziplinären Hochaltrigenstudie hervor, die in Wien vorgestellt wurde. Allerdings liegt dieses Ergebnis nicht an der Gesundheit: Nur ein Drittel der 826 in Face-to-Face-Interviews Befragten ist gesundheitlich gut aufgestellt.

Was sich laut Studienleiter Georg Ruppe auch zeigte: „Die Alten gibt es nicht.“ Bei den über 80-Jährigen handle um keine homogene Gruppe. Die Lebensumstände und die Gesundheit von Menschen im hohen Alter seien vielfältig und von unterschiedlichen Faktoren abhängig. So spielt es Ruppe zufolge auch eine Rolle, wie man in jüngeren Jahren dem eigenen Altern gegenübersteht. Wer hier eine negative Einstellung hat, ist tendenziell später auch weniger gesund.

Unterscheidet man nach Geschlechtern, fühlen sich mehr Männer als Frauen rüstig (12,9 Prozent gegenüber 6,8) oder fit (29,4 Prozent gegenüber 21,4). Allerdings erreichen deutlich mehr Frauen tatsächlich ein Alterüber 80 Jahre. Ähnliche Unterschiede gibt es beim Bildungsniveau: Menschen über 80 mit niedriger Bildung sind deutlich weniger rüstig (2,5 Prozent zu 12,7) oder fit (16,7 Prozent zu 33,6) als solche mit hoher Bildung.

Der Großteil der Befragten (81,7 Prozent) leidet nicht an Depressionen und fühlt sich auch nicht einsam (77,7 Prozent). Die meisten Depressionen fanden die Studienautor:innen unter Pflegeheimbewohnenden. Kognitive Auffälligkeiten treten beim Großteil der Über-80-Jährigen auf: Nur 21,1 Prozent zeigten beim sogenannten Drei-Wörter-Uhrentest einen unauffälligen Befund. Mehr als die Hälfte der Befragten leidet unter zwei oder mehr chronischen Erkrankungen, am häufigsten sind es Bluthochdruck und Herzerkrankungen.

Auch beim Unterstützungsbedarf zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Von allen Befragten mit Unterstützungsbedarf waren 43,6 Prozent Frauen und 28,4 Prozent Männer. „Frauen sind benachteiligter im hohen Alter als Männer“, sagte dazu Sonja Brandtmayer, Generaldirektor-Stellvertreterin der Wiener Städtischen Versicherung, welche die Studie unterstützte – wie auch das Sozial- und Gesundheitsministerium, das Frauen- und Wissenschaftsministerium sowie die Länder Kärnten, Salzburg, Steiermark und Tirol. Brandtmayer verwies auf den Gender-Pay-Gap, die viel häufigere Verwitwung und letztlich auch den Pension-Pay-Gap, der Frauen benachteilige. (APA/tab)