© mbruxelle – stock.adobe.com Mit baulichen Maßnahmen und Schulungen für Personal im Gesundheits- und Pflegebereich sollen Gesundheitseinrichtungen klimafit gemacht werden, betonte das Ministerium.
Österreich hat einen neuen Hitze-Rekord: In Wien-Stammersdorf wurden am Dienstagnachmittag 41 Grad gemessen, wie aus Daten der Geosphere Austria hervorgeht. Damit ist der Allzeitrekord aus dem Jahr 2013 übertroffen. „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz. Deshalb investieren wir in klimafitteGesundheitseinrichtungen, stärken den Hitzeschutz und bereiten unser Gesundheitswesen konsequent auf die Herausforderungen der Zukunft vor“, sagte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ). Ziel sei, das Gesundheitswesen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) setze das Ministerium bereits zahlreiche Initiativen zum Ausbau des Hitzeschutzes. Mehr als 550 Gesundheitseinrichtungen aus allen Bundesländern nehmen etwa an dem Projekt „Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen“ teil. Gemeinsam mit Fachleuten werden Maßnahmen wie thermische Sanierungen, Beschattungssysteme, optimierte Lüftungs- undKlimatisierungssystemen sowie die Begrünung von Innen- und Außenbereichen entwickelt. Klimaanlagen allein seien „nicht die Lösung“, vielmehr brauche es ein „Zusammenspiel aus baulichen, technischen und naturbasiertenMaßnahmen.“
Auch beim Personal setze man an, so die Ministerin. Österreichweit wurden mehr als 120 Klima-Manager ausgebildet, die Klimaschutzmaßnahmen entwickeln und im Arbeitsalltag verankern sollen. Zudem investiere man in Schulungen für Personen aus Pflege und Betreuung. Kostenlose Lehrunterlagen und eine Fortbildungstoolbox sollen die praktische Umsetzung unterstützen. „Gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen Risiken frühzeitig und können besonders gefährdete Menschen noch besser schützen“, betonte Schumann.
Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit analysiere derzeit die Hitzeexposition von 1.239 Gesundheitseinrichtungen in ganz Österreich. Parallel werde ein Leitfaden entwickelt, der Sozial- und Betreuungseinrichtungen bei der Bewertung von Risiken und der Priorisierung von Hitzeschutzmaßnahmen unterstützen soll. Forschungsprojekte sollen Erkenntnisse über die Auswirkungen von Hitze auf Patient:innen, Bewohner:innen und Beschäftigte liefern und Lösungen für den Umgang mit Hitzewellen entwickeln. Den zentralen Handlungsrahmen bilde der Nationale Hitzeschutzplan mit frühzeitigen Warnungen, koordinierten Maßnahmen und besonderem Schutz gefährdeterBevölkerungsgruppen. Zudem werden Gesundheitseinrichtungen auch bei der Erstellung eigener Hitzeschutzpläne begleitet. Für die Bevölkerung steht das Hitzetelefon mit kostenloser Beratung zum richtigen Verhalten an heißen Tagen bereit.
Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) forderte anlässlich der hohen Temperaturen in Wohnungen armutsbetroffener Senior:innen erneut einen besseren Hitzeschutz für ältere Menschen. Zu den Forderungen zählen verpflichtende Hitzeschutzpläne für alle Alten- und Pflegeheime mit verbindlichen Maßnahmen wie gekühlten Aufenthaltsräume, Trinkplänen, regelmäßige Gesundheitskontrollen, angepasstem Personalmanagement sowie klaren Notfall- und Alarmplänen. „Gerade Hochbetagte und pflegebedürftige Personen zählen zu den am stärksten gefährdeten Menschen. Es darf nicht vom Engagement einzelner Einrichtungen abhängen, ob sie ausreichend geschützt werden. Österreich braucht bundesweit einheitliche und verpflichtende Hitzeschutzpläne“, betonte PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. (tab/APA)