© Zoll Die Interpol hat bei einem groß angelegten Schlag gefälschte und nicht zugelassene Medikamente im Millionenwert beschlagnahmt. Darunter befinden sich immer mehr vermeintliche Krebsmittel.
Im Rahmen der Operation Pangea XVIII wurden in rund 90 Ländern, darunter auch Österreich, mehr als 6,4 Millionen Dosen im Wert von rund 15,5 Millionen US-Dollar (etwa 13,2 Millionen Euro) sichergestellt. Insgesamt 269 Verdächtige konnten festgenommen werden. Bei den Präparaten handelte es sich insbesondere um vermeintliche Potenzmittel, Beruhigungs- und Schmerzmittel, Antibiotika sowie Lifestyle- und Abnehmprodukte, die häufig über Onlineplattformen und soziale Medien vertrieben werden. Die meisten Produkte fanden die Ermittelnden in Großbritannien, Kolumbien und Australien.
„Gefälschte Medikamente sind nicht nur Betrug, sie bringen Leben in Gefahr“, betonte Interpol-Generalsekretär Valdecy Urquiza. „Was wie ein günstiges Angebot aussieht, kann im Extremfall das Leben kosten“, warnte auch PHARMIG-Generalsekretär Alexander Herzog und bekräftigte: „Sicherheit besteht ausschließlich entlang der legalen Lieferkette, also über streng kontrollierte Vertriebswege, zu denen zertifizierte Online- und niedergelassene Apotheken zählen.“ In Österreich wurden laut aktuellem Produktpirateriebericht des Bundesministeriums für Finanzen (2025) zuletzt über 398.000 gefälschte oder illegale Medikamente beschlagnahmt.
Der jüngste Schlag der Interpol weist zudem auf einen beunruhigenden Trend hin. So beschlagnahmten die Fahnder deutlich mehr Antiparasitika als in den vergangenen Jahren. Die gefundenen Mittel Ivermectin und Fenbendazol würden als Teil sogenannter „Kits zur Krebsbehandlung“ als alternative Krebsmittel verkauft. Große Mengen der beiden Stoffe fanden die Ermittelnden in Australien, Neuseeland, Singapur, in den USA und Großbritannien. (tab/APA)