Industrie- statt Life-Sciences-Strategie?

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Rätselraten in der Pharmabranche nach einem Termin von Regierungsmitgliedern bei einem Betriebsbesuch in Oberösterreich. Zwar gab es ein Bekenntnis zu Life Sciences, die angekündigte Strategie dazu wird aber nicht erwähnt.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) besuchten gegen Ende der Woche gemeinsam Thermo Fisher Scientific in Linz. Thermo Fisher Scientific zählt zu den weltweit führenden Entwicklungs- und Produktionsstandorten für pharmazeutische Wirkstoffe im Bereich Small Molecules. Rund 800 Mitarbeiter:innen sind in Linz beschäftigt, damit ist der Standort der größte Produktionsstandort im globalen Small-Molecule-Netzwerk des Unternehmens.

Im Mittelpunkt des Besuches standen die Bedeutung der Life-Sciences- und Pharmabranche für den Wirtschafts-, Industrie- und Forschungsstandort Österreich sowie die Frage, wie Forschung und Innovation noch stärker in industrielle Wertschöpfung übersetzt werden können. Statt der für Herbst versprochenen und auf die Probleme der Branche fokussierten Life-Sciences-Strategie hieß es aber nur, dass „Life Sciences & Biotech zu den 9 Schlüsseltechnologien der Industriestrategie der Bundesregierung“ zählen. Die Herausforderung liege insbesondere darin, Innovationen stärker zu skalieren und daraus industrielle Produktion und Wertschöpfung am Standort entstehen zu lassen.

Hattmannsdorfer: „Life Sciences gehören zu den Schlüsseltechnologien, bei denen Österreich international ganz vorne mitspielen kann. Wir haben exzellente Forschung und starke Unternehmen – jetzt geht es darum, daraus noch mehr industrielle Wertschöpfung zu machen. Genau das ist ein zentraler Anspruch unserer Industriestrategie: Schlüsseltechnologien am Standort stärken, Innovationen schneller zur Marktreife bringen und dafür sorgen, dass aus österreichischem Know-how auch Produktion, Exporte und hochwertige Arbeitsplätze in Österreich und Europa entstehen.“ Solche Standorte wie Thermo Fisher in Linz wolle die Regierung „sichern und weiter ausbauen, auch um die Versorgungssicherheit im Bereich kritischer Arzneimittel für die österreichischen Bürgerinnen und Bürger garantieren zu können.“ Innovation beginne meist mit Grundlagenforschung, sagte Holzleitner: „Genau deshalb haben wir mit dem FTI-Pakt ein starkes und klares Commitment für Forschung und Entwicklung in Österreich gesetzt.“ (rüm)