Lieferengpässe: So groß sind die Probleme wirklich 

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Laut Großhandelsverband PHAGO sind täglich 81.000 Medikamentenpackungen von Lieferproblemen betroffen. Das sind zehn Prozent mehr als noch im Mai. Einige Bereiche sind besonders angespannt.  

Rund 500 Arzneimittel sind laut Vertriebseinschränkungsregister beim Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) derzeit nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. Doch diese Zahl allein sage wenig aus, betont der Verband der Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO). Aussagekräftiger sei das eigene Arzneimittel-Radar.

Die Daten der fünf österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler zeigen, bei welchen Präparaten der Nachschub tatsächlich stockt: Mehr als 13 Prozent der Arzneimittel gelten derzeit als lieferkritisch. Sie werden von den Herstellern verspätet, in zu geringen Mengen oder gar nicht geliefert. Während im Mai noch rund 74.000 Packungen täglich von Lieferschwierigkeiten betroffen waren, sind es mittlerweile 81.000.

Besonders schwierig ist die Versorgungslage bei Arzneimitteln für den Verdauungstrakt und den Stoffwechsel. In diesem Bereich sind täglich 28.000 Packungen von Lieferschwierigkeiten betroffen. Dazu zählen auch Antidiabetika: Bei etwa einem Drittel dieser Medikamente verzeichnen die Vollgroßhändler seit Längerem Lieferengpässe. Auch bei Augenpräparaten bestehen weiterhin Verfügbarkeitsprobleme. Bei Herz-Kreislauf-Medikamenten sind täglich rund 14.000 Packungen betroffen. Eine positive Entwicklung zeigt sich hingegen bei Psychopharmaka: Ihre Verfügbarkeit hat sich in den vergangenen Wochen verbessert. Auch Antibiotika sowie Erkältungs- und Fiebermittel sind beim Vollgroßhandel derzeit sehr gut verfügbar. (tab)