Nationalrat diskutiert neuen Monitoringbericht  

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In der aktuellen Nationalratssitzung werden ab Mittwoch die jüngsten Analysen zur Zielsteuerung Gesundheit diskutiert. Relatus kennt die Details des Berichtes. 

Ab Mittwoch behandelt der Nationalrat den Monitoring-Bericht zur Zielsteuerung Gesundheit. Darin wird festgehalten, dass die Zielerreichung sowohl in Bezug auf die Finanzen als auch auf die Steuerungsbereiche als heterogen zu beurteilen sei und dass aufgrund der teils signifikanten Unterschiede zwischen den Bundesländern Handlungsbedarf bestehe. Bereits im Jahr 2013 haben sich Bund, Länder und Sozialversicherung erstmals auf eine vertraglich festgelegte Organisation der Gesundheitsversorgung in Österreich verständigt. Über das Erreichen der Vorgaben, den Stand der Reformvorhaben sowie die aktuelle Entwicklung des öffentlichen Gesundheitswesens informiert jeweils ein Jahresbericht. Jener für 2024 liegt nun vor.

Dabei zeigt sich, dass sich die Messgrößen mehrheitlich in die beabsichtigte Richtung bewegen würden. Die FPÖ kritisiert allerdings, dass die öffentlichen Gesundheitsausgaben die Ausgabenobergrenze um fast 14 % überschritten haben. Allerdings werde die Zielverfehlung im Nachhinein korrigiert, indem man die Ausgabenobergrenzen (AOG) angepasst habe. Zudem zeigt sich ein neuerlicher Rückgang bei den Kassenärzt:innen um fast 9 % – bei gleichzeitig stark steigender Zahl an Patient:innenkontakten. Die Regierung argumentiert, dass seit dem Finanzausgleich 2024 neue Ausgabenobergrenzen für die dritte Zielsteuerungsperiode gelten, nachdem die alten auf den früheren Konjunkturprognosen basiert haben.

Auf Landesebene wurden für 2025 zielsteuerungsrelevante Gesundheitsausgaben in der Höhe von 18,71 Milliarden Euro budgetiert. Dies entspricht einer Unterschreitung der AOG um 5,4 %. Die budgetierten zielsteuerungsrelevanten Gesundheitsausgaben der gesetzlichen KV-Träger in der Höhe von 16,75 Milliarden Euro liegen bei einer Unterschreitung der AOG um 0,40 %. Die 29 definierten Messgrößen der Steuerungsbereiche bewegen sich mehrheitlich in die intendierte Richtung, heit es in dem Bericht.

  • Mit 77 PVE Standorten per 31.12.2024 ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahr davor (53) erreicht worden.
  • Einige Bundesländer sind bereits nahe an die Zielwerte bei den tagesklinischen Leistungen (z.B. Katarakt OP) herangekommen. Bei Eingriffen wie Hernien OP oder laparoskopische Gallenblasenentfernung besteht noch hohes Ausbaupotenzial beim Großteil der Bundesländer.
  • Die Anzahl an Patient:innen mit mindestens einem Kontakt zu einem/einer Allgemeinmediziner:in stieg seit 2017 um 5,2 Prozent, zu einer vergemeinschafteten Organisationsform um 21,3 Prozent. Die gesamten e-card-Kontakte bei niedergelassenen Allgemeinmediziner:innen stiegen seit 2017 um 18 Prozent, jene bei Fachärzt:innen um 13 Prozent.
  • Sowohl die Krankenhaushäufigkeit als auch die Belagstagedichte in Fondskrankenanstalten sind seit 2017 um 15,9 Prozent bzw. 17,3 Prozent rückläufig. Die COVID-19 Pandemie führte zu einem rapiden Abfall der akutstätionärenLeistungskennzahlen, das Niveau der stationären Leistungsinanspruchnahme blieb auch 2024 reduziert.
  • Der Bedarf an Pflegekräften wächst. Es ist ein entsprechender Anstieg an Pflegeassistenz- und Pflegefachassistenz-Absolvent:innen zu verzeichnen, die Anzahl an DGKP-Absolvent:innen ist hingegen zuletzt rückläufig.
  • Die Stärkung des ambulanten KJP Angebots zeigt sich in der österreichweiten Erhöhung des KJP Angebots, aber in drei Bundesländern reduzierte sich das KJP Angebot 2023 gegenüber dem Vorjahr.
  • Der Anteil der versorgten Typ 2 Diabetiker:innen des ersten Disease-Management-Programms „Therapie aktiv“ stieg bis 2021 kontinuierlich an. Seither sind die Zahlen rückläufig. Die an „Therapie aktiv“ teilnehmenden Ärzt:innenverzeichnen hingegen weiterhin einen Anstieg.
  • Die Anzahl der Gesundheitsberatungen bei 1450 steigt, während die Informationsgespräche bei 1450 sinken. Die Anruferzahlen variieren zwischen den Bundesländern sehr stark: die meisten Gesundheitsberatungen erfolgten 2024 in Vorarlberg (5.107 pro 100.000 EW), die wenigsten in Kärnten (921 pro 100.000 EW).
  • Der Großteil der Arzneimittelausgaben entfällt auf den niedergelassenen Bereich, wobei der Anteil des intramuralen Bereichs jährlich ein stetiges Wachstum verzeichnet.
  • Die Durchimpfungsrate für Mumps/Masern/Röteln bei 4-Jährigen verzeichnet seit 2021 einen Rückgang und lag 2023 bei nur 81 Prozent (WHO Ziel: 95 Prozent).
  • Laut aktueller Zahnstatuserhebung waren rund 58 Prozent der sechs- bis siebenjährigen Kinder kariesfrei. Dies stellt eine Verbesserung gegenüber der letzten Erhebung 2016 um 3,2 Prozentpunkte dar.
  • Ein positiver Trend ist beim Anteil täglich Rauchender zu erkennen, der zwischen 2014 und 2019 um 3,7 Prozentpunkte auf 20,6 Prozent sank. (rüm)