© Pcess609 -stock.adobe.com Die Zahl der privat versicherten Personen in Österreich ist auf ein historisches Allzeithoch gestiegen, wie Daten eines Online-Versicherungsportals zeigen. Das hat auch Folgen für Wahlarzthonorare und Medikamentenausgaben.
Im Jahr 2025 verzeichnete Österreich 3,66 Millionen Privatversicherte und erreicht damit fast die 40-Prozent-Marke (39,7 %), wie das Online-Vergleichsportal krankenversichern.at auf Basis eigener Analyse und aktueller Branchendaten erhob. Damit nutzen rund 4 von zehn Österreicher:innen private Gesundheitsvorsorge. Ein Blick auf die Bundesländer zeigt zudem starke regionale Unterschiede: Während Wien mit knapp 938.000 Versicherten in absoluten Zahlen den Spitzenplatz einnimmt, ist Kärnten der relative Vorreiter: Hier verfügt bereits mehr als jede:r Zweite (51,0 %) über eine private Krankenversicherung. Das Schlusslicht bildet Niederösterreich mit knapp 29 Prozent.
Ein Blick auf die Langzeitdaten verdeutlicht diese Dynamik: Seit 2014 ist die Zahl der privat versicherten Personen hierzulande um über 600.000 gestiegen. Vor allem der aktuelle Zuwachs fällt deutlich aus: Allein im Jahr 2025 verzeichnete der Markt laut dem Online-Portal ein Plus von rund 86.000 Versicherten.

„Wartezeiten von bis zu 63 Tagen beim Kassenarzt machen die Privatversicherung für viele zur absoluten Notwendigkeit“, erklärt Sebastian Arthofer, Co-Gründer von krankenversichern.at. „Sieben von zehn Personen nennen heute genau diesen Engpass als Hauptmotiv für ihren Abschluss.“ Der vermehrte Zulauf zu Wahlärzt:innen lässt laut dem Online-Portal auch die Folgekosten wachsen: So stiegen die Ausgaben für Wahlarzthonorare 2025 um 10,1 Prozent auf 355 Millionen Euro. Auch bei den Ausgaben für Medikamente verzeichneten die Versicherer ein Plus von 14,0 Prozent.
„Der Haupttreiber für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist fast immer das Bedürfnis nach einem zeitnahen Arzttermin“, interpretiert Arthofer die Daten. „Die steigenden Arzneikosten sind eine direkte Begleiterscheinung dieser Entwicklung: Entscheiden sich Patienten für den Weg zum Wahlarzt, resultiert daraus häufig auch die Verschreibung spezifischer oder weiterführender Therapien, die dann ebenfalls über den Zusatzschutz abgerechnet werden.“ (tab)