Schneller Griff zu Schmerzmedikamenten

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Schmerzpatient:innen erhalten in österreichischen Krankenhäusern deutlich mehr Analgetika als nicht-medikamentöse Maßnahmen, wie eine Studie der MedUni Graz zeigt. 

Das Schmerzmanagement bei stationären Patient:innen mit akuten und chronischen Schmerzen sollte analgetische und nicht-pharmakologische Maßnahmen umfassen. Daten zu den tatsächlich angewendeten Verfahren waren bisher jedoch kaum vorhanden, betonen die Forschenden des Instituts für Pflegewissenschaften der MedUni Graz. Ziel ihre Studie war es daher, die angewendeten Schmerzinterventionen zu erfassen und miteinander zu vergleichen.  

Für die wisssenschaftliche Arbeit analysierten die Forschenden Daten aus drei jährlichen Erhebungen des österreichischen Systems zur Messung der Pflegequalität aus den Jahren 2021 bis 2023. Geschulte Pflegekräfte erhoben demografische Daten, medizinische Diagnosen, Pflegebedürftigkeit und die zum Zeitpunkt der Erhebung durchgeführten Schmerzinterventionen bei Spitalspatient:innen. Die Analyse umfasste 2.118 Personen mit akuten und 955 Personen mit chronischen Schmerzen. 

In beiden Gruppen dominierten pharmakologische Behandlungen. Sie kamen bei akuten Schmerzen in 90 Prozent der Fälle zum Einsatz, bei chronischen Schmerzen waren es 86 Prozent. Während in der Akutschmerztherapie vermehrt nichtsteroidale Antirheumatika verwendet wurden, erhielten Patient:innen mit chronischen Schmerzen häufiger Opioide. Physiotherapie kam in beiden Gruppen mit einer Häufigkeit von rund 40 Prozent vor. Alle anderen nicht-medikamentösen Verfahren lagen bei unter zehn Prozent.  

Die Studie zeige eine überwiegende Abhängigkeit von Medikamenten bei gleichzeitig geringer Integration nicht-pharmakologischer Optionen, fassten die Autor:innen ihre Ergebnisse zusammen. Die Studie könne damit als Grundlage für Initiativen zur Qualitätsverbesserung dienen.(APA/tab) 

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