Trauer um ehemalige Gesundheitsministerin 

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Die ehemalige Gesundheits- und Familienministerin Andrea Kdolsky ist am Mittwoch im Alter von 63 Jahren gestorben. Bei ihr war vor zwei Jahren Krebs diagnostiziert worden. 

Vor zwei Jahren, im Oktober 2024, wurde bei Andrea Kdolsky Darmkrebs diagnostiziert, später auch ein Hirntumor. Nun ist die frühere Fachärztin für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Wiener Allgemeinden Krankenhaus (AKH), die von Jänner 2007 bis August 2008 ÖVP-Gesundheits- und Familienministerin war, im Alter von 63 Jahren gestorben. Mit dem Ziel, anderen Betroffenen Mut zu machen, hatte sie diese immer wieder öffentlich thematisiert. Zuletzt war sie im Auftrag des Landes Burgenland auch in die Planung eines Zentrums für Menschen mit Krebserkrankungen an der Klinik Oberwart involviert. Als Ministerin zählte sie zu den schillerndsten Figuren in der Politik. Sie war Raucherin, gab an, gern Schweinsbraten zu essen, lief beim Wiener Life Ball über den Catwalk. Nach ihrer Zeit in der Politik wechselte sie erst in die Privatwirtschaft, später machte sie sich als Unternehmensberaterin selbstständig und beriet neben Unternehmen auch öffentliche Einrichtungen zu Gesundheits- und Krankenhausmanagement. 2025 kandidierte sie bei der Gemeinderatswahl in ihrer Heimatgemeinde Purkersdorf (NÖ) für die NEOS und beriet sie zu Gesundheitsfragen. Aus der ÖVP war sie da in Reaktion auf das Koalitionsabkommen zwischen der ÖVP und der FPÖ in Niederösterreich 2023 schon ausgetreten.

Beide Parteien, für die sie tätig war, die ÖVP und die NEOS, bekundeten große Trauer über ihren Tod. „Andrea Kdolsky war eine Politikerin, die offen ausgesprochen hat, was sie dachte, und die nie davor zurückgeschreckt ist, für ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn das unbequem war“, würdigte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) die Verstorbene. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger meinte, sie wäre eine „leidenschaftliche Ärztin, engagierte Politikerin und geschätzte Wegbegleiterin gewesen, die sich nie gescheut habe, auch unbequeme Fragen anzusprechen“. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sagte, Kdolsky habe „das Herz am rechten Fleck“ gehabt, sie sei „immer offen, ehrlich und lebensfroh“ gewesen. Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) meinte, Kdolsky habe sich stets „mit großer Energie in den Dienst der Menschen gestellt“. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) nannte Kdolsky eine „Gesundheitspolitikerin mit Gespür für Innovation und Menschlichkeit“.

Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil zeigte sich von Kdolsky „beeindruckt“ und bezeichnete sie als „außergewöhnliche Persönlichkeit“. Der Gesundheitssprecher der Grünen, Ralph Schallmeiner, erinnerte daran, dass Kdolsky eine „Kämpferin für Reformen im Gesundheitswesen“ war und betonte, ihr Einsatz verdiene „Anerkennung und Respekt über Parteigrenzen hinweg“. Mit „großer Betroffenheit“ reagierte die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) auf Kdolskys Tod. ÖGK-Obmann Andreas Huss bezeichnete sie als „großartige Persönlichkeit sowie spannende und immer lösungsorientierte Gesprächspartnerin“. Der Vorsitzende des Dachverbands der Sozialversicherungsträger (DVSV) Peter McDonald meinte, sie habe „klar Position bezogen“ und sei „für ihre Überzeugungen eingestanden, auch gegen viele Widerstände“.

PHARMIG-Generalsekretär Andreas Herzog bedauerte, „von einer starken Stimme im österreichischen Gesundheitswesen“ Abschied nehmen zu müssen. „Es gibt wenige Menschen, die sich auf so vielen Ebenen für das Gesundheitswesen eingesetzt haben wie Andrea Kdolsky“, hielt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) Johannes Steinhart fest. Ihr viel zu früher Tod sei „ein Verlust für Österreich“. Auch die Bundeskonferenz der Freien Berufe (BUKO) trauerte um die Verstorbene. „Österreich verliert eine mutige Ärztin, engagierte Gesundheitspolitikerin und eine starke freiberufliche Stimme für die Menschlichkeit“, sagte BUKO-Präsidentin und Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer (ÖAK) Ulrike Mursch-Edlmayr.

Ebenfalls zu Wort meldete sich der Präsident des Österreichischen Hilfswerks Otmar Karas: „Eine unerschrockene, mutige und ehrliche Kämpferin für unsere Gesundheits- und Sozialanliegen hat uns verlassen.“ Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec würdigte die ehemalige Gesundheits- und Familienministerin: „Sie hatte Haltung, Humor und Mut“, erklärte sie und sprach „ihrer Familie, ihren Freunden und allen Menschen, die ihr nahestehen“, ihr Mitgefühl aus. (sst/APA)