Vermeidbare Tode: Regionale Unterschiede

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Eine großangelegte Studie zeigt nun, dass in Österreich die Zahl der vermeidbaren Tode vergleichsweise niedrig ist. Es gibt aber regionale Unterschiede. 

Tode von Unter-75-Jährigen, die vermeidbar gewesen wären, also durch eine frühere oder angemessenere Behandlung hätten verhindert werden können, waren Forschungsgegenstand einer großangelegten Studie: Für sie wurden Daten zu Sterbefällen aus den Jahren 2002 bis 2019 aus verschiedenen Regionen in zehn europäischen Ländern untersucht. Daraus ergab sich, dass in Österreich die Zahl der vermeidbaren Tode, die am häufigsten durch Herzerkrankungen eintreten, vergleichsweise niedrig ist. Vor allem in Westösterreich entspricht sie jener in der Schweiz und in den angrenzenden Regionen Italiens. Richtung Deutschland, vor allem Norddeutschland und je weiter es in Europa nach Osten geht, umso höher ist die Rate. Innerhalb Österreichs ist sie in Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Teilen Oberösterreichs niedrig, in Teilen der Steiermark und des Burgenlands sowie auch in Wien und dem Umland der Bundeshauptstadt höher. 

Die Sterberaten rechneten die Studienautoren vom deutschen Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung und den Universitäten Oldenburg (D) und Groningen (NL) zum besseren Vergleich auf eine fiktive europäische Bevölkerungszahl um. In Feldkirch liegt die Rate beispielsweise bei 46,5, in Innsbruck bei 47,8, in Salzburg bei 49,6, im Murtal bei 77,3, in Oberwart bei 79,1, in Wien bei 75,5. In vielen Städten Deutschlands ist sie deutlich höher: In Berlin liegt sie bei 96, in Hamburg bei 92,7, in Hannover bei 106,1.  

Zum größten Teil dürften die regionalen Unterschiede an verschiedenen sozialen Lebensumständen wie dem Grad der Bildung und der Höhe des Verdienstes liegen, meinen Expert:innen. Bekannt sei beispielsweise, dass vor allem Menschen mit höherer Bildung eher Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen und entdeckte Risikofaktoren für vermeidbare Tode behandeln lassen. Wenn es darum geht, die Differenzen zwischen den Regionen zu erklären, würde aber auch die jeweils dort vorhandene medizinische Infrastruktur eine Rolle spielen. (sst)