© kozorog - stock.adobe.com Eine allergische Sensibilisierung muss nicht dauerhaft bestehen. Besonders bei einer Altersgruppe kann sie im Laufe der Zeit wieder verschwinden, wie jetzt eine Wiener Studie belegt.
Die Forschenden, unter anderem vom Ludwig Boltzmann Institut für Lungengesundheit um Robab Breyer-Kohansal, analysierten über einen längeren Zeitraum hinweg Daten aus der Wiener LEAD-Studie, einer Langzeit-Epidemiologie-Untersuchung. „Allergische Sensibilisierung gilt traditionell als stabiles Merkmal, obwohl Studien nahelegen, dass sie im Laufe des Lebens variieren kann“, schrieben die Wissenschafter:innen. Ziel der Untersuchung war es, die Häufigkeit von allergischer Sensibilisierung in einer Personengruppe und eventuelle zeitliche Änderungen zu analysieren.
Dafür wurden 5.046 Personen untersucht, die sich dreimal Haut-Pricktests auf Allergien unterzogen hatten. Bei 54,4 Prozent der Teilnehmenden zeigte sich durchgehend eine Sensibilisierung, 30,6 Prozent hingegen blieben stabil sensibilisiert. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass allergische Sensibilisierungen keineswegs unveränderlich sind: Bei 5,6 Prozent der Proband:innen verschwand eine bestehende Sensibilisierung, während sie bei 4,8 Prozent neu auftrat. Weitere 4,6 Prozent hatten fluktuierende Ergebnisse.
Neue Sensibilisierungen traten vor allem bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren auf. Am häufigsten verschwanden sie dagegen in der Altersgruppe der über 60-Jährigen. Eine stabile Sensibilisierung gegen ein Allergen war am ehesten mit einer familiären Vorbelastung verbunden. Schwankende Befunde wurden häufiger bei Adipositas und nach Umweltbelastungen beobachtet. „Diese Ergebnisse stellen die traditionelle Ansicht einer fixen Sensibilisierung in Frage“, stellten die Forschenden fest. Allergische Sensibilisierungen seien vielmehr ein dynamischer Prozess, der durch Alter, Umwelt- und Lebensstilfaktoren beeinflusst werde. (APA/tab)
Service: Publikation