Zoll warnt vor gefälschten Medikamenten   

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Die heimischen Zollbehörden haben 2025 wieder Tausende illegale Produkte aus dem Ausland abgefangen. Immer mehr gefälschte Medikamente gelangen über Online-Shops nach Österreich.  

In Summe wurden im vergangenen Jahr 3.204 Sendungen mit gefälschten Waren aller Art im Gesamtwert von 12 Mio. Euro sowie 4.015 Sendungen mit insgesamt 392.118 illegalen Medikamenten aufgegriffen. Das geht aus dem Produktpiraterie-Bericht des Finanzministeriums hervor. Insgesamt gingen die Aufgriffe gegenüber dem Vorjahr um etwa 50 Prozent zurück, was mit verbesserten Kontrollverfahren der Zollbehörden und der Österreichischen Post erklärt wird.

Gefälschte Medikamente bleiben eines der größten Risiken im illegalen Onlinehandel. Es sei nicht erkenntlich, wie und mit welchen möglicherweise gesundheitsgefährdenden Inhaltsstoffen die vermeintlichen Arzneien hergestellt worden seien, so der Bericht. Die beschlagnahmten pharmazeutischen Waren werden hauptsächlich postalisch geliefert. Drahtzieher des Medikamentenhandels sei die organisierte Kriminalität.

Auch bei gefälschten Spielsachen, Kinderpflegeprodukten und Kleidungsstücken orten die Behörden schwerwiegende gesundheitliche Risiken. Der Großteil der gefälschten Waren kam 2025 per Post ins Land, nur rund 8 Prozent über den Luftverkehr. Der Großteil der Plagiate stammte aus Asien. Neben den gesundheitlichen Risiken betont das Finanzministerium auch den wirtschaftlichen Schaden: Schutzintensive Branchen machen einen erheblichen Teil der gesamten Wirtschaftsleistung aus – in Österreich rund 44 % des BIP und fast 30 Prozent der Arbeitsplätze. (APA/tab)