Promotion Neuer Leitfaden für Patienten und Angehörige

Neuer Leitfaden für Patienten und Angehörige

Wege aus der Depression

Die Depression zählt zu den am weitesten verbreiteten psychischen Erkrankungen: Statistisch gesehen erlebt jeder fünfte Mensch im Laufe seines Lebens eine depressive Phase (12). Das Leben mit einer Depression kann herausfordernd und belastend sein – das gilt für die Betroffenen selbst genauso wie für ihr soziales Umfeld, so Prim. Dr. Christa Rados. Die Behandlung der Depression erfolgt grundsätzlich durch die Kombination aus entsprechenden Medikamenten und Psychotherapie. Sie ist jedoch auch mit besonderen Herausforderungen verbunden: Einerseits wird der Weg zum Experten grundsätzlich immer noch zu selten bzw. zu spät gesucht; andererseits könnte der Therapieerfolg durch mehr Hintergrundwissen und das aktive Mitgestalten der Patienten sowie durch ein aufgeklärtes, unterstützendes Umfeld deutlich verbessert werden. Zu den wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg einer Behandlung zählt nämlich die Adhärenz. „Auch die beste Therapie wirkt nicht, wenn sie nicht eingenommen wird“, so Rados. Die Therapieadhärenz wird generell von einer Fülle an unterschiedlichsten Aspekten beeinflusst, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in fünf Dimensionen zusammengefasst wurden. Eine dieser Dimensionen sind die patientenbezogenen Faktoren, welche u. a. die individuellen Einstellungen der Patienten sowie deren Erwartungen an die Behandlung beinhalten. Um die Adhärenz zu stärken, benötigen die Betroffenen generelle Instruktionen, wie sie mit ihrer Erkrankung bestmöglich umgehen sollen, aber auch umfassende Informationen zur jeweiligen Therapie. Wichtig ist, dass die Patienten in die Entscheidungsprozesse rund um ihre Erkrankung miteinbezogen werden; die Entscheidungsfindung sollte grundsätzlich immer gemeinsam passieren, unterstrich Rados.

Ein umfassender Leitfaden für Patienten und Angehörige

Um die Erfolgschancen der Therapie zu verbessern und den Betroffenen sowie deren Umfeld gleichzeitig eine möglichst praxisnahe Unterstützung zu bieten, wurde von sieben führenden Fachärzten mit Unterstützung von Janssen Neuroscience ein umfassender Leitfaden nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen erarbeitet. Dieser Leitfaden soll Patienten und deren Angehörigen eine Orientierung durch die Herausforderungen der Depression bieten und sie Schritt für Schritt auf dem Weg zur Genesung unterstützen. In insgesamt elf Kapiteln wurde jahrzehntelange fachärztliche Expertise zusammengefasst und im Anschluss in einer besonders leserfreundlichen und leicht verständlichen Sprache verdichtet, so Rados. (13)

Der thematische Bogen reicht vom besseren Verständnis der Krankheit über das Finden des richtigen Ansprechpartners, den Umgang mit Job und Partnerschaft, die Rolle des persönlichen Umfelds bis hin zum Vermeiden von Rückfällen. In einem weiteren Kapitel werden medikamentöse und nicht medikamentöse Therapien sowie Tipps zu einer gesunden Lebensführung vorgestellt (Tab.). Rados: „Wir haben bei der Erstellung des Leitfadens jedoch bewusst darauf verzichtet, konkrete Therapieempfehlungen abzugeben; es handelt sich vielmehr um ein Guidebook zur aktiven Mitgestaltung der Behandlung für Patienten und deren Angehörige“. Ergänzt wird das Ganze durch eine Liste von weiterführenden Kontakten und Anlaufstellen in den jeweiligen Bundesländern. (13)

In den einzelnen Kapiteln werden die Inhalte in sechs ausgewählten Rubriken individuell aufbereitet. So werden in jedem Kapitel medizinische Zusammenhänge erklärt, Denkanstöße gegeben, praktische Tipps angeführt und positive Gedanken geteilt, welche den Patienten im Alltag Unterstützung bieten sollen, berichtete die Expertin.

Im Leitfaden werden Erfolgsfaktoren und zugrundeliegende wissenschaftliche Konzepte, die für ein gutes Verständnis der Erkrankung und eine erfolgreiche Therapiebegleitung notwendig sind, auf eine patientengerechte und leicht verständliche Art und Weise erklärt. Dazu zählen beispielsweise das Vulnerabilitäts-Stress-Modell, interne und externe Einflussfaktoren, Schlüsselelemente der Rezidivvermeidung und das Resilienzkonzept. (13)

Der Leitfaden dient dabei weniger als Broschüre zum einmaligen Lesen, sondern stellt vielmehr ein Arbeitsbuch zum gemeinsamen Bearbeiten dar, so Rados. Die Patienten können sich zu Hause die für sie relevanten Punkte durchlesen, und diese werden im Anschluss in der Sprechstunde diskutiert und vertieft. Rados: „Ich bitte daher die Patienten auch immer, das Guidebook wieder in die Sprechstunde mitzubringen“. Wichtig  st, dass der behandelnde Arzt den Patienten den Leitfaden selbst aushändigt, mit einer Empfehlung, wie sie damit arbeiten sollen. Rados: „Der Leitfaden mit dem treffenden Titel ‚Wieder voll im Leben stehen – Wege aus der Depression‘ sollte möglichst flächendeckend den Einzug in Österreichs psychiatrische Kliniken und Praxen finden und so vielen Betroffenen eine wertvolle Unterstützung auf dem Weg zur Genesung bieten“.

Das Wichtigste in Kürze

Therapiebegleitung für Patienten und Angehörige

  • Der Leitfaden „Wieder voll im Leben stehen – Wege aus der Depression“ umfasst jahrzehntelange fachärztliche Expertise und soll Patienten und deren Angehörigen als Hilfestellung auf dem Weg zur Genesung dienen. (13)
  • In 11 Kapiteln werden relevante Themen, die für ein gutes Verständnis der Erkrankung und eine erfolgreiche Therapiebegleitung notwendig sind, in 6 Rubriken auf patientengerechte und leicht verständliche Art und Weise aufbereitet. (13)

 


  1. Al-Harbi K, Patient Prefer Adherence 2012; 6:369–88
  2. Keller MB, J Clin Psychiatry 2005; 66(Suppl 8):5–12
  3. Kasper S et al., Depression – Medikamentöse Therapie, Konsensus-Statement – State of the Art 2019, CliniCum neuropsy; Sonderausgabe November 2019
  4. Rush AJ et al., Am J Psychiatry 2006; 163(11):1905–17
  5. Sanacora G et al., Neuropharmacology 2012; 62(1):63–77
  6. Duman RS et al., Nat Med 2016; 22(3):238–49
  7. Sahara S et al., J Neurosci 2012; 32(14):4755–61
  8. Fachinformation Spravato®; Stand Juli 2020
  9. Popova V et al., Am J Psychiatry 2019; 176(6):428–38
  10. Daly E et al., JAMA Psychiatry 2019. DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2019.1189. [Epub ahead of print]
  11. Wajs E et al., J Clin Psychiatry 2020; 81(3):19m12891
  12. Wittchen HU et al., Eur Neuropsychopharmacol 2011; 21(9):655–79
  13. Kasper S et al., Wieder voll im Leben stehen – Wege aus der Depression: Ein Leitfaden für Betroffene und Angehörige (1. Auflage), Wien: Janssen Neuroscience; April 2020

 

Entgeltliche Einschaltung
AT_CP-196470_30NOV2020