Debatte um Verkauf des britischen Gesundheitssystems

Zwei Wochen vor der Parlamentswahl in Großbritannien hat die oppositionelle Labour-Partei ihre Vorwürfe bekräftigt, die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson plane den Verkauf des staatlichen Gesundheitssystems NHS an die USA.

Labour-Chef Jeremy Corbyn präsentierte am Mittwoch ein mehr als 450 Seiten starkes Dokument, das belegen soll, dass die Gesundheitsversorgung Gegenstand von Verhandlungen mit den USA über ein Handelsabkommen ist. Die Zukunft der Gesundheitsversorgung ist ein wesentliches Wahlkampfthema vor dem Urnengang am 12. Dezember. Corbyn hatte im Wahlkampf bereits eine redigierte Fassung des Dokuments zum Stand der Verhandlungen mit den USA vorgelegt, die Johnson als „absolute Erfindung“ zurückwies. Nun legte der Labour-Chef die unredigierte Fassung vor, die sechs Treffen zwischen Vertretern beider Länder seit 2017 aufführt. Der Verkauf des Gesundheitssystems stehe auf der Geheimagenda der Regierung in London, sagte Corbyn unter Verweis auf das Dokument. Es drohe eine „unkontrollierte Privatisierung“ des Gesundheitswesens. (red/APA)