ÖGK-Chef McDonald: Weniger Spitäler notwendig

© Oliver Miller-Aichholz

Ohne Spitalsschließungen werde es nicht gehen, sagt der aktuelle Obmann der ÖGK. Die verbleibenden Krankenhäuser müssten sich spezialisieren. Die Gastpatienten-Debatte bezeichnet es als „unwürdig“.

Peter McDonald, der mit Jänner wieder den Vorsitz in der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) von Andreas Huss übernommen hat, spricht sich im Interview mit der „Kronenzeitung“ für Reformen im Gesundheitswesen aus. Ohne Spitalsschließungen werde es nicht gehen, sagt ÖVP-Politiker. „Um die Versorgung für die Zukunft zu sichern, müssen wir jetzt handeln“, so McDonald. „Aber nicht nur aus finanziellen Überlegungen, sondern auch aus Gründen der Versorgungsqualität.“ Medizin werde durch Primärversorgungszentren und neue Ambulatorien dezentraler, wohnortnäher, und damit würden künftig weniger Spitäler brauchen. Konkrete Zahlen, wie viele Spitäler geschlossen werden könnten, wollte er laut „Kronenzeitung“ nicht nennen, letztlich gehe es darum, eine regionale Versorgung sicherzustellen und die existierenden Spitäler zu entlasten.

Kritik übte er an der Gastpatienten-Debatte: Diese sei „unwürdig“ und zeige auf, wie dringend eine Neuaufstellung des österreichischen Gesundheitssystems sei. „Planung, Steuerung und Finanzierung des Gesundheitssystems gehören in eine Hand. Es braucht eine Verfassungsänderung, mit der die Gesundheit in die Kompetenz des Bundes kommt“, spricht McDonald Klartext. Dem Vorschlag nach vier Gesundheitsregionen kann er nicht viel abgewinnen. „Da hätte man wieder diese Grenzen und man spricht wieder von Gastpatienten.“

Krankenhäuser müssten sich zudem spezialisieren, sagte McDonald: „Wir brauchen Schwerpunktbildungen und Spezialisierung bei den Spitälern. Denn je häufiger Operationen gemacht werden, desto besser werden sie ausgeführt.“ Bei geplanten Operationen sei es hingegen nicht von einer besonderen Relevanz, „wenn ich da eine halbe Stunde länger zu einem Spital fahren muss, solange dann die Qualität stimmt“. Notfallstrukturen werde es immer geben. Zusätzliches Geld in das überlastete System zu pumpen, sei nicht die Lösung. „Wir sind ein Hochsteuerland. Wir können Steuern und Lohnnebenkosten nicht weiter erhöhen, wir müssen das Geld österreichweit effizienter einsetzen.“ (red/APA)