Apothekerkammer baut Digitalangebot aus

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Die Apothekerkammer bringt sich mit einer neuen App in die gesundheitspolitische Diskussion des neuen Jahres. Man will Veränderungen im Gesundheitssystem aktiv mitgestalten.

Wenige Tage nach der Präsentation einer weitreichenden „Zukunftsvereinbarung e-Health“ zwischen Sozialversicherung und Ärztekammer bringt sich jetzt die Apothekerkammer ins Spiel. Mit der lange entwickelten ApoApp, die am Montag erstmals öffentlich vorgestellt wird, schafft die Apothekerkammer eine neue digitale Dachmarke der österreichischen Apotheken. „Das neue Digitalangebot bringt die Apotheke direkt aufs Smartphone der Menschen – einfach, sicher und modern“, kündigt die Kammer an. Mit der ApoApp lasse sich mit wenigen Klicks herausfinden, welche Apotheke in der Nähe geöffnet hat, wo ein benötigtes Medikament lagernd ist und welche gesundheitlichen Beratungs- und Versorgungsleistungen angeboten werden. Zusätzlich wird ein persönlicher Einnahmeplan angeboten und soll für eine verlässliche Arzneimitteltherapie sorgen.

Zuletzt gab Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, beim Ball der Pharmazie die Richtung vor: „Wir zeigen nicht nur Probleme auf, sondern bieten Lösungen an und gestalten Veränderungen im Gesundheitssystem aktiv mit. Trotz bestehender Hürden in unserem sehr fragmentierten Gesundheitssystem müssen alle in eine stärkere aktive und weniger reaktive Rolle kommen.“ Die Apothekerschaft habe bereits sehr konkrete Vorschläge formuliert – von der assistierten Telemedizin in der Apotheke über innovative Präventionsmaßnahmen bis hin zu Ideen im Bereich der Patientenstromlenkung. „Wir Apotheken sind im niedergelassenen Bereich die einzige Gesundheitseinrichtung, die Teil der kritischen Infrastruktur ist. Was das bedeutet, haben wir alle in den Pandemiejahren gesehen. Wir Apotheken sind die meistfrequentierte Versorgungseinheit im niedergelassenen Bereich. Es wäre fahrlässig, dieses Potenzial nicht besser zu nutzen“, appellierte Mursch-Edlmayr vor wenigen Tagen an die Politik.

Ziel einer modernen Gesundheitsversorgung sei die Sicherstellung einer verlässlichen, gerechten und effizienten Versorgung für alle Menschen – unabhängig von Wohnort, Alter, Einkommen oder digitaler Affinität, teilt die Kammer mit. Dazu brauche es eine klare Orientierung, eine schnelle Beratung und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. „Die 1.470 Apotheken spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie tragen dazu bei, Patient:innen rasch und zielgerichtet durch das Gesundheitssystem zu lotsen und Versorgungswege effizienter zu gestalten.“ Ein wesentlicher Schritt dabei sei die Vernetzung der Apotheken auf einer gemeinsamen digitalen Plattform. Diese ermögliche es auch, im Fall von Lieferengpässen rasch und koordiniert zu reagieren. (rüm)

Die Funktionen der neuen ApoApp:

  • Arzneimittelsuche: Zeigt Patient:innen, welche Apotheke in der Nähe das benötigte Medikament vorrätig hat.
  • Apothekensuche: Welche Apotheke in der Nähe hat gerade geöffnet? Welche Apotheke hat Nachtdienst? Und welche Apotheke bietet eine Dienstleistung an, die jemand gerne in Anspruch nehmen möchte?
  • Medikations- und Einnahmeplan: Alle Medikamente, die man einnimmt, können ganz einfach in der App eingetragen werden. Der daraus resultierende Einnahmeplan hilft den Überblick über die persönliche Medikation zu behalten und die Therapieorganisation zu optimieren. Auf Wunsch sendet die App auch Erinnerungen, damit keine Einnahme vergessen wird.
  • Informationen über Arzneimittel: Über die ApoApp können die Gebrauchsinformationen aller in Österreich zugelassener Arzneispezialitäten jederzeit abgerufen werden.
  • News und Gesundheitsthemen: Die ApoApp versorgt ihre Nutzer:innen mit vielen hilfreichen und wissenswerten Gesundheitsbeiträgen – aktuell und saisonal. Das sei nützlich, um die Gesundheitskompetenz zu steigern und tiefer in Gesundheitsthemen einzutauchen.