© David Bohmann/ÖAK Die Politik lobt die neue Apotheken-App der Apothekerkammer. Ein Teil der Apotheker:innen ist allerdings noch zurückhaltend.
Die Apothekerkammer hat am Montag im Beisein von Bundes- und Landespolitik in Wien die neue ApoApp vorgestellt. Sie zeigt die Verfügbarkeit von Medikamenten in verschiedenen Packungsgrößen, bietet abrufbare Beipackzettel, eine Suche nach geöffneten Apotheken in der Nähe und die Möglichkeit, einen Einnahmeplan mit Erinnerungsfunktion zu erstellen. Weitere Services sollen integriert werden und nach und nach mehr Apotheken an Bord kommen. Bisher seien fast 1.000 der mehr 1.470 Apotheken in Österreich an die App angeschlossen. Die Inhaber:innen einer Apotheke müssen der Weitergabe ihres Lagerstandes für die App nämlich zustimmen, wurde bei der Pressekonferenz erläutert. Danach sei der Aufwand für die Apotheke gleich „null“. Die Medikamentenverfügbarkeit am jeweiligen Standort werde automatisch alle zehn Minuten aktualisiert. Angezeigt wird die Verfügbarkeit einer Arznei in Apotheken in der Nähe der Position des Handys und in zuvor als Favoriten gespeicherten „Lieblingsapotheken“.
Die „ApoApp“ sei „nur ein erster kleiner Schritt, auf den viele folgen werden“, erläuterte Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer. Auch die App selbst wird noch weiterentwickelt. Die Gesundheits-Hotline 1450 bietet ab Februar für jene, die mit Apps nicht so vertraut sind, auch telefonisch Auskunft über die nächstgelegene Apotheke und die Medikamentenverfügbarkeit. Ab April wird es außerdem für eine Wiener Testaktion des Langzeitblutzuckers möglich sein, dass Anrufende bei 1450 Wien direkt Termine in teilnehmenden Apotheken reservieren können. Danach soll das Buchungsportal österreichweit ausgerollt werden. Zu den dabei verfügbaren Dienstleistungen zählen unter anderem Tests auf Covid oder Influenza, Blutzucker- und Cholesterinmessungen sowie Titerbestimmungen. Lob gab es von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ): „Die ApoApp bringt Orientierung, Sicherheit und Transparenz, vermeidet unnötige Wege und ergänzt den persönlichen Kontakt in der Apotheke sinnvoll. Digitale Anwendungen sollen schließlich Beratungskompetenz stärken, nicht ersetzen.“
Die App ist nicht die erste am Markt. Der Pharmagroßhändler Kwizda hatte nach einem Höhepunkt beim Medikamentenmangel vor knapp zwei Jahren eine ähnliche App namens „ApoScout“ veröffentlicht und mit der Wiener Apothekerkammer präsentiert. Diese ist weiterhin verfügbar, an die neue App sind jedoch mehr Apotheken österreichweit angeschlossen, wurde bei der Pressekonferenz am Montag erklärt. Zudem sei mit der Therapieorganisation und dem digitalen Beipackzettel und dem kommenden Buchungsportal mehr integriert als die Medikamentenverfügbarkeit und Standortsuche. (red/APA)