Mag.a Dr. scient. med.in Monika Hackl
Statistik Austria, Österreichisches Nationales Krebsregister
Zusammengefasst sind bösartige Neubildungen des oberen Verdauungstraktes nach malignen Erkrankungen der Prostata bzw. der Brust die dritthäufigste onkologische Erkrankung in Österreich. Die meisten Erkrankungsfälle aus dieser Gruppe entfielen im Jahr 2023 auf das Pankreaskarzinom.
Zur Kategorie der malignen Erkrankungen des oberen GI-Traktes werden bösartige Neubildungen des Ösophagus, des Magens, des Dünndarms, der Leber und Gallenwege, des Pankreas sowie gastrointestinale Stromatumoren (GIST) gezählt. Mit einem Anteil von etwa 10 % aller bösartigen Neubildungen lagen diese Entitäten im Jahr 2023 an dritter Stelle der häufigsten onkologischen Erkrankungen in Österreich und damit noch vor Lungen- und Darmkrebs* (Abb. 1). 2023 erkrankten 5.272 Personen an einer malignen Erkrankung des oberen GI-Traktes.1
Mit 1.982 Betroffenen im Jahr 2023 ist das Pankreaskarzinom die häufigste maligne Neudiagnose des oberen GI-Traktes (Abb. 2). Dies entspricht etwa 38 % aller malignen Neuerkrankungen des oberen GI-Traktes, wobei das Erkrankungsrisiko für Männer etwas höher als für Frauen ist.2 Weitere häufige Neudiagnosen umfassen das Magen- (1.237 Fälle inklusive 137 magenständiger GIST) und das Leberkarzinom inklusive intrahepatischer Gallengänge (978 Fälle) (Abb. 2).1 Erwähnenswert ist, dass die drei Tumorlokalisationen mit der geringsten 5-Jahres-Überlebensrate alle aus dem Bereich des oberen GI-Traktes stammen: Pankreas, Leber und Ösophagus.2 Ein weiteres bemerkenswertes Detail der malignen Neuerkrankungen des oberen GI-Traktes betrifft das Geschlechterverhältnis des Ösophaguskarzinoms: In Österreich waren im Jahr 2023 mehr als dreimal so viele Männer (362 Fälle) wie Frauen (103 Fälle) betroffen.2