© New Africa-stock.adobe.com Immer mehr Organisationen fordern die Einführung einer Zuckersteuer. Dies vor allem, um Kinder vor Übergewicht zu schützen.
Jedes dritte Kind in Österreich ist übergewichtig bis adipös, Tendenz steigend. Ein wesentlicher Risikofaktor für Übergewicht sei vor allem der Konsum von zuckerhaltigen Getränken, heißt es seitens der Verbraucherrechtsorganisation foodwatch Österreich. Besonders Kinder und Jugendliche würden oft große Mengen an Softdrinks und Energydrinks konsumieren, die viel Zucker enthalten, oft ohne das bewusst wahrzunehmen. So würde schon allein durch die Getränke die WHO-Empfehlung überschritten, maximal 25 Gramm Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Immer mehr Organisationen und auch die WHO fordern deshalb die Einführung einer Zuckersteuer, um Kinder vor Übergewicht und Adipositas zu schützen.
Die WHO fordert eine Zuckersteuer in der Höhe von 20 Prozent und verweist auf Beispiele in anderen Ländern. Dass die Abgabe eine Schutzwirkung vor Übergewicht hat, zeigte sich etwa in Großbritannien. Dort sank die Zahl der fettleibigen Kinder binnen kurzer Zeit nach der Einführung um acht Prozent. Die Zuckersteuer oder Limo-Abgabe, gibt es übrigens nicht nur in Großbritannien. Auch Finnland, Norwegen, Mexiko und viele andere Länder der Welt haben sie bereits eingeführt. Litauen hat eine Verbrauchssteuer auf zuckergesüßte Getränke eingeführt, die am 1. Januar 2026 in Kraft getreten ist.
foodwatch fordert dazu noch eine Altersgrenze beim Verkauf von Energydrinks. Die Abgabe soll für Hersteller von zuckergesüßten Getränken umso niedriger ausfallen, je weniger Zucker sie in die Softdrinks geben. Dass die Abgabe wirkt, zeige sich am Beispiel Großbritanniens, wo eine Fanta ungefähr halb so viel Zucker wie in Deutschland enthalte, heißt es seitens foodwatch Deutschland, wo aktuell 40 Verbände, Vereine und Institutionen die Zuckersteuer fordern und sich dafür zu einem Bündnis zusammentaten.Auch die deutsche Bundesärztekammer, die Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und die Allianz Nichtübertragbarer Krankheiten sind in dem Bündnis vertreten. Von Fettleibigkeit und den Folgeerkrankungen seien in Deutschland immer mehr Kinder und Jugendliche betroffen, heißt es aus der Bundesärztekammer, und: „Die Entwicklung sehen wir als Ärzte mit großer Sorge.“ Die Regierung müsse endlich handeln und die Zuckersteuer auf den Weg bringen. Die Einnahmen aus der Steuer sollten gezielt in Präventionsmaßnahmen und die Gesundheitsversorgung fließen. (sst)