Vorhersage des Krankheitsverlaufs bei neu diagnostizierter Colitis ulcerosa

Um den Krankheitsverlauf von Patient:innen mit neu diagnostizierter Colitis ulcerosa (CU) besser vorhersagen zu können, wurde in dieser Studie ein Serum-Proteomik-Risikoscore entwickelt und validiert. Eingeschlossen wurden neu diagnostizierte, überwiegend unbehandelte Patient:innen mit CU aus drei großen Inception-Kohorten (Patientenzahl jeweils zwischen 120 und 186). Ein aggressiver Krankheitsverlauf wurde im Wesentlichen durch den Bedarf an einer krankheitsbedingten Operation, Hospitalisation und den Bedarf an Advanced Therapies (Biologika/Small Molecules) definiert. Auf der Grundlage univariater Analysen identifizierten die Autor:innen 59 Proteine, die in der Entwicklungskohorte mit einem aggressiven Krankheitsverlauf assoziiert waren. 20 davon konnten in der Validierungskohorte 1 validiert werden, und 9 blieben in der Validierungskohorte 2 erhalten. So hatten zum Beispiel Patient:innen mit einem höheren CU-Risikoscore bei der Diagnose ein erhöhtes Risiko, in der Folge eine Advanced Therapy zu benötigen (Hazard Ratio 4,26; 95%-Konfidenzintervall 1,91–9,49).

Fazit: Die Entwicklung eines Serum-Proteomik-Risikoscores zur Einschätzung der Prognose bei CU ist vielversprechend. Ob jedoch bei darauf basierendem Hinweis auf einen aggressiveren Verlauf eine frühzeitigere Advanced Therapy etwas am weiteren Verlauf ändert, müssen weitere Untersuchungen noch zeigen.