© fizkes - stock.adobe.com Laut einer ÖGB-Berechnung bedeuteten rund 46 Millionen unbezahlte Überstunden im Vorjahr 2,5 Milliarden Euro Lohnverlust. Das schlägt auch auf die Krankenversicherungen durch.
„Ein enormer Teil der geleisteten Arbeit bleibt unbezahlt und Menschen, die Überstunden leisten und nichts dafür bekommen, werden systematisch um ihren Lohn gebracht”, kritisiert ÖGB-Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth angesichts der ÖGB-Berechnung auf Basis der Daten von Statistik Austria zu den unbezahlten Überstunden. Laut Berechnung haben Arbeitnehmer:innen im vergangenen Jahr 45,9 Millionen Über- und Mehrstunden geleistet, ohne dafür entlohnt oder durch Zeitausgleich kompensiert zu werden (2024: ca. 42,3 Mio. Stunden). Durch diese unbezahlte Mehrarbeit gehen den Beschäftigten insgesamt ca. 2,5 Milliarden Euro Bruttoentgelt verloren (2024: 2,26 Mrd. Euro).
Auch der Staat schaut – trotz angespannter Budgetlage – durch die Finger: Ihm entgehen insgesamt 1,23 Milliarden Euro an Steuern und Beiträgen – 355 Millionen Euro an Sozialbeiträgen (2024: rund 325 Mio. Euro) und rund 875 Millionen Euro an Lohnsteuer (2024: rund 845 Mio. Euro). Für die Krankenkassen ist ein Minus von fast 200 Millionen Euro. „Angesichts der angespannten Budgetsituation sind das gewaltige Summen, die dem öffentlichen Haushalt dadurch fehlen”, gibt Schuberth zu bedenken.
Neben den finanziellen Nachteilen haben Überstunden auch schwerwiegende gesundheitliche und soziale Folgen, wie Erschöpfung und gestörte Work-Life-Balance. Studien zeigen, dass sie zu einer höheren Fehlerquote, sinkender Produktivität und steigenden Kosten führen. Zudem leiden Motivation und Loyalität der Beschäftigten. Ein zentraler Grund für die hohe Zahl an Überstunden ist der Personalmangel. Immer weniger Beschäftigte müssen immer mehr Aufgaben bewältigen. Viele haben das Gefühl, dass sie länger arbeiten müssen – aus Rücksicht auf Kund:innen, Kolleg:innen oder Vorgesetzte. Dieser Druck sei nicht akzeptabel. (red)