Für die Ökobilanz-Studie 2025 hat das Öko-Institut Freiburg Printwerbung mit ihren digitalen Äquivalenten verglichen. Die Datenerhebung für die Printwerbung erfolgte durch die auftraggebenden Verbände Austropapier, Bundesverband Druck und Medien e.V., dpsuisse, Jorcon b.v. (Niederlande) sowie Verband Druck Medien Österreich. Für die Studie wurden zwei abstrakte Varianten einer Werbeimpression sowohl im Print- als auch im Digitalformat miteinander verglichen. Dazu wurden idealtypische Prototypen definiert, die einen typischen und repräsentativen Durchschnitt branchenüblicher Werbeträger darstellen. Insgesamt wurden 52 Datensätze von Printprodukten in der Studie ausgewertet und mit internationalen Datenbanken wie ecoinvent abgeglichen.
Das Ergebnis dürfte manche überraschen: Online-Werbung schneidet bei der Analyse des Treibhausgaspotenzials zum Teil deutlich schlechter ab als Printwerbung. Vor allem Prospekte weisen eine signifikant geringere CO2-Emissionsbilanz auf als ihre digitalen Gegenstücke. „Ziel (der Studie; Anm. d. Red.) war einerseits ein aussagekräftiges Bild des Treibhausgaspotenzials von Print- und Online-Werbung, andererseits wollten wir zentrale Einflussfaktoren identifizieren, die Werbung umweltfreundlicher machen können“, erklärt Peter Sodoma, Geschäftsführer des Verbands Druck Medien und Mitinitiator der Studie. Sigrid Eckhardt, Geschäftsführerin von Austropapier, ergänzt: „Wir sehen seit Jahren einen Trend weg von Print hin zu Online – oft mit dem Anspruch, der Umwelt etwas Gutes zu tun. Genau hier setzt die Studie an, räumt mit einem verbreiteten Missverständnis auf und zeigt, dass Online nicht automatisch klimafreundlicher ist. Unter klaren Bedingungen hat Print den kleineren CO2-Fußabdruck.“
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Printwerbung in den meisten Fällen ein geringeres Treibhausgaspotenzial aufweist als Online-Werbung. Besonders deutlich ist der Unterschied bei Prospekten. Bei Online-Bannern fällt die Differenz zwar geringer aus, doch auch hier bleibt Print meist im Vorteil.
Konkret haben laut der Ökobilanz-Studie gedruckte Werbeprospekte mit 642 kg CO2-Emissionen einen fünffach geringeren CO2-Fußabdruck als Online-Werbeprospekte im PDF-Format (3.360 kg CO2). Bei Anzeigen in Tageszeitungen zeigt sich für die Print-Variante ebenfalls ein deutlicher, wenn auch weniger starker Umweltvorteil (67 kg CO2e) gegenüber Online-Werbebannern (102 kg CO2), siehe dazu auch die Abbildung links.
Das Öko-Institut identifizierte zudem die wichtigsten Einflussgrößen, die das Treibhausgaspotenzial verringern oder vergrößern können:
Eckhardt betont, dass die Studie zeige, dass Papier Teil der Lösung ist: „Die österreichische Industrie erzeugt den Großteil ihrer eingesetzten Energie selbst, davon fast 70% erneuerbar – ein Spitzenwert im Branchenvergleich. Bis 2030 senken wir die fossilen CO2-Emissionen um weitere 43,5% gegenüber 2021, zugleich macht die Analyse die wirksamsten Hebel für Kommunikation mit messbar weniger Emissionen sichtbar.“ Und Sodoma fügt hinzu: „Wer zudem für Druckprodukte umweltfreundliche Papiere wählt, auf regionale Druckereien und geringe Transportwege setzt und den Mediamix zielgruppengerecht und personalisiert gestaltet, kann zusätzlich noch CO2 einsparen.“