© AKHWien/Christian Houdek Erstmals in Österreich wurde ein neuer minimal-invasiver Eingriff bei Patient:innen mit komplexen Herzrhythmusstörungen durchgeführt. Die Methode ermöglicht die Behandlung bisher schwer erreichbarer Bereiche des Herzens.
Der Eingriff, der im März erstmals am AKH Wien/MedUni Wien durchgeführt wurde, eröffnet neue Perspektiven für Patient:innen mit bislang schwer behandelbaren Krankheitsbildern: Herzschichten, die mit konventionellen Katheterablationen nicht ausreichend erreicht werden können, werden mit diesem Verfahren zugänglich.
Die Methode kombiniert zwei hochspezialisierte Verfahren: die minimal-invasive Thorakoskopie und die katheterbasierte elektrophysiologische Ablation. Über kleine Schnitte zwischen den Rippen wird eine Kamera eingeführt, die einen direkten Zugang zur Herzoberfläche ermöglicht. Dadurch kann die äußere Schicht des Herzens gezielt behandelt werden. Parallel dazu erfolgt mittels Kathetertechnik im Inneren des Herzens eine präzise Ablation von krankhaftem Gewebe, das die Rhythmusstörungen auslöst. Im Vergleich zu chirurgischen Eingriffen mit Öffnung des Brustkorbs ist dieser Ansatz deutlich schonender und eröffnet neue Behandlungsmöglichkeiten für Patient:innen mit ventrikulärer Tachykardie.
„Insbesondere für Patient:innen, bei denen konventionelle Katheterablationen nicht ausreichend wirksam waren, ist dieser Hybrid-Eingriff ein Meilenstein in der Therapie. Bisher unzugängliche Herzschichten können so schonend und effektiv behandelt werden“, erklärt Stefan Stojković von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II. Er führte den Eingriff gemeinsam mit Emilio Osorio von der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie in enger wissenschaftlicher Kooperation mit der Universität Maastricht durch. (APA/tab)