Kongress sucht innovative Reformen

© AHF/Klaus Ranger

Beim Austrian Health Forum (AHF) in Schladming diskutieren Ende Mai mehr als 400 führende Gesundheitsexpert:innen über Reformen, neue Technologien und was Innovationen belegen können. Relatus kennt die Details.

Von 28. bis 30. Mai 2026 treffen sich über 400 Expert:innen aus Gesundheit, Wissenschaft und Medizin in Schladming. Die führende Denkfabrik des Gesundheitssystems diskutiert Status quo und Zukunftsperspektiven der Gesundheitsversorgung in Österreich sowie die Zielfunktion der Gesundheitsreform in Österreich. Nun wurden die Details des Programmes bekannt. Zwei Großgruppen behandeln demnach im Plenum die viel diskutiere Gesundheitsreform. Teil Eins analysiert Handlungsfelder, an denen eine erfolgreiche Gesundheitsreform jedenfalls ansetzen muss, um die genannten Ziele erreichen zu können. Dazu gibt es die Frage nach „Stellschrauben“, internationalen Beispielen, Patient:innenwegen, Anreizen und Rahmenbedingungen. Teil 2 fragt nach Stellschrauben der Versorgungsstruktur und wie medizinische Innovationen Changemaker sein können. Weil diese Innovationen nicht nur die Behandlung einzelner Erkrankungen verändern, sondern auch bestehende Versorgungsstrukturen in Frage stellen, geht es auch um die Frage, wie „missing links“ zwischen ambulanter und stationärer Versorgung aussehen sollen.

Noch tiefer geht es in insgesamt fünf Workshops – deren Ergebnisse genauso wie jene der Großgruppen auch mit Entscheidungsträger:innen im Gesundheitswesen von Ländern, Bund und Sozialversicherung diskutiert werden.

  • Die onkologische Versorgung steht vor der Herausforderung, steigende Patient:innenzahlen bei zunehmender Versorgungsdauer, komplexe Therapien und begrenzte Ressourcen in Einklang zu bringen. Gleichzeitig existieren bereits zahlreiche vielversprechende Projekte, die als praxisnahe Best Practices auch über Bundesländergrenzen hinweg ausgerollt werden könnten. Die Frage ist, wie das gehen kann.
  • Die verpflichtende Diagnosecodierung im niedergelassenen Bereich bedeutet aus der Public-Health-Perspektive einen großen und lange ersehnten Meilenstein, der einen deutlichen Nutzen für die Treffsicherheit des Gesundheitssystems bringen könnte. Aus Sicht der unmittelbar betroffenen Ärzt:innen zeigt sich einstweilen ein gemischtes Bild mit technischen Hürden und terminologische Lücken im Codierungs-Katalog. Wie also kann eine praxistaugliche, datengetriebene Diagnosecodierung im niedergelassenen Bereich gelingen?
  • Im Regierungsprogramm hat sich die Bundesregierung zur Erarbeitung einer Life-Sciences-Strategie für den Pharma- und Gesundheitsstandort bekannt. Parallel dazu wurden Life Sciences und Biotechnologie als Schlüsselfaktoren in der Industriestrategie verankert. Gleichzeitig gibt es zahlreiche Hürden. Workshop Drei beleuchtet deshalb, wie Österreich sein Potenzial als Life-Sciences-Standort besser ausschöpfen und den Weg zu einer abgestimmten Strategie aktiv gestalten kann.
  • Im Rampenlicht steht auch die Psychische Gesundheit – konkret der Risikofaktor Einsamkeit. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung ist betroffen, während gleichzeitig die gesundheitlichen Folgen oft unterschätzt werden. Evidenz belegt einen klaren Zusammenhang zwischen Einsamkeit und einem erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen sowie körperliche Folgen wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Workshop beleuchtet, wie Isolation sowohl Ursache als auch Folge von Krankheit sein kann und systemische Ansätze in Prävention und Versorgung.
  • Ein weiterer Workshop analysiert Einsatz, Nutzen und Grenzen von Agentic AI (Agentische KI). Während Künstliche Intelligenz etwas despektierlich als bloßer Diener des Menschen betrachtet werden kann, ist „Agentic AI“ ein wahrer Game Changer. KI-Agenten können selbständig tätig werden und komplexe Aufgaben planen, Werkzeuge nutzen und Ziele erreichen. Sie werden von sich aus tätig, gegebenenfalls ohne menschlichen Auslöser und ohne menschliche Eingriffe. Was bedeutet das für die Arbeitswelt im Gesundheitsbereich? (red)

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