Schmerzmedizin sucht interdisziplinäre Zusammenarbeit

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Der Kongress der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) fand dieser Tage in Villach statt. Diskutiert wurde unter anderem über neue Technologien. 

Als Gastgeberin luden die ÖSG die Deutsche Schmerzgesellschaft und die Swiss Pain Society ein, um unterschiedliche Versorgungsansätze zu diskutieren und voneinander zu lernen. Neben bewährten interdisziplinären Therapieansätzen standen neue Entwicklungen in der Schmerzmedizin im Fokus – etwa digitale Anwendungen, künstliche Intelligenz oder innovative Versorgungsmodelle wie „Hospital at Home“, bei denen bestimmte medizinische Leistungen verstärkt im häuslichen Umfeld erbracht werden können. 

„Der Blick über die Grenzen zeigt, dass es unterschiedliche Wege gibt, Schmerzmedizin zu organisieren und weiterzuentwickeln“, betont Richard Crevenna, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft. „Diese Erfahrungen sind für alle Beteiligten wertvoll, weil wir gegenseitig voneinander lernen können. Gleichzeitig wissen wir in Österreich sehr genau, welche Strukturen es künftig braucht, um die Versorgung weiter auszubauen und setzen auch konsequent Schritte dahingehend.“ 

Gerade in der multimodalen Schmerztherapie zeige sich das besondere Potenzial einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit: „Sie lindert nicht nur Symptome, sondern trägt wesentlich dazu bei, die Lebensqualität und Teilhabe der Patient:innen nachhaltig zu verbessern. Die jüngeren Betroffenen müssen länger und besser arbeitsfähig und die älteren selbstbestimmt und unabhängig von fremder Hilfe leben können“, so Crevenna.  

Auch in Österreich wurden in den letzten Jahren wesentliche Grundlagen dafür geschaffen, etwa durch die stärkere Verankerung der Schmerzmedizin in gesundheitspolitischen Planungen. „Chronischer Schmerz ist eine eigenständige Erkrankung und erfordert eine strukturierte, qualitätsgesicherte Versorgung“, betont Waltraud Stromer, Vizepräsidentin der ÖSG. „In Österreich wurden bereits wichtige Schritte gesetzt. Jetzt geht es darum, diese Entwicklungen konsequent weiterzuführen und flächendeckend für alle Patientinnen und Patienten zugänglich zu machen.“ (tab)