Kritik an psychosozialer Versorgung von Kindern

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Die psychosoziale Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen steht in der Kritik. Rufe nach mehr finanziellen Mitteln und einem Ausbau werden laut. 

Auf gleich mehrere Missstände im Bereich der psychosozialen Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen wies kürzlich der Unabhängige Monitoringausschuss hin. Das Kontroll- und Überwachungsorgan, das auf der Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) prüft, ob Österreich die Rechte von Menschen mit Behinderungen einhält, stellte fest, dass es immer noch zu lange Wartezeiten auf die Diagnose und Behandlung gibt sowie zu wenig kassenfinanzierte Therapieplätze. Außerdem seien die Übergänge zwischen Kinder- und Erwachsenenpsychiatrie unzulänglich, Nachsorge fehle, Psychiatriebetten seien knapp. Bei stationärer Unterbringung komme es zunehmend zu Freiheitsbeschränkungen wie Beschränkungen auf einen Raum oder Gurtfixierungen am Bett. 

„Diese Entwicklungen stehen im Widerspruch zur UN-BRK“, teilte der Ausschuss mit und rief nach mehr finanziellen Mitteln für die psychosoziale Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen, die vor allem den Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie ermöglichen sollen. Ebenfalls vom Unabhängigen Monitoringausschuss empfohlen werden ein niederschwelliger Zugang zu der Versorgung etwa durch mobile Angebote und Präventionsprogramme sowie die Anerkennung von Selbsthilfe- und Peer-Angeboten. (sst/APA)