WHO vertagt Pandemie-Abkommen

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Wegen anhaltender Differenzen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern werden die Verhandlungen über ein Herzstück des internationalen Pandemie-Abkommens um ein weiteres Jahr verlängert.  

„Die Zusage der Mitgliedstaaten, die Verhandlungen fortzusetzen, ist ein klares Signal, dass sie weit davon entfernt sind, es aufzugeben“, sagte der Direktor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, bei der Weltgesundheitsversammlung in Genf. Er rechne, dass die Mitgliedsländer das Vorhaben „entschieden“ vorantreiben, so Tedros. „Ich habe vollständiges Vertrauen in ihren Erfolg.“ 

Die rund 190 Mitgliedstaaten der WHO hatten infolge der Corona-Pandemie Verhandlungen über ein internationales Pandemie-Abkommens aufgenommen. Ziel ist es, besser für Pandemien gewappnet zu sein, etwa durch einen gerechteren Zugang zu Impfstoffen, Medikamenten, Tests und Schutzkleidung. Nach dreijährigen Verhandlungen gibt es jedoch weiterhin keine Einigung auf einen zentralen Mechanismus des sogenannten PABS-Abkommens (Pathogen Access and Benefit-Sharing). 

Geplant ist, dass Labore sich freiwillig am PABS beteiligen können und in diesem Rahmen wichtige Daten zu neuen Erregern erhalten. Im Gegenzug sollen sie sich verpflichten, der WHO im Pandemiefall einen schnellen Zugang zu etwa 20 Prozent ihrer Echtzeit-Produktion an Impfstoffen, Medikamenten und Diagnosemitteln zu gewähren. Zehn Prozent sollen kostenlos an die WHO gehen, die anderen zehn Prozent zu einem „erschwinglichen Preis.“(APA/tab)