Fiskalrat legt Reformkonzepte vor 

Christoph Badelt © OeNB

Nach dem Rechnungshof mahnt nun auch der Fiskalrat die Reform des Gesundheitssystems ein und empfiehlt bestimmte Maßnahmen. 

Beim Fiskalrat denkt man weit voraus: Ohne Reform des Gesundheitssystems würden die Gesundheitsausgaben in den 44 Jahren bis 2070 von derzeit 11,7 Prozent des BIP um rund 2,6 Prozent des BIP steigen, heißt es in einer Medienmitteilung, und: „Dadurch würde das Gesundheitssystem einen immer größeren Teil der öffentlichen Mittel binden und die Finanzierung anderer staatlicher Aufgaben zunehmend erschweren.“ Deshalb mahnt nun nach dem Rechnungshof auch der Fiskalrat eine Gesundheitsreform ein. In einem Dokument auf der Website des Fiskalrates steht zu lesen, wie er das System reformiert haben will.

Auf der Liste der kurzfristig umsetzbaren und kostendämpfend wirkenden Maßnahmen stehen der gemeinsame Einkauf von Arzneimitteln, Verbrauchsgütern und medizinischen Geräten sowie eine effizientere Nutzung von Großgeräten. Außerdem sollen die Generika- und Biosimilar-Nutzung sowie der digitale Austausch von Bilddaten und Befunden zur Pflicht werden und Low-Value-Care reduziert werden.

Um das Gesundheitssystem langfristig hochwertig, zugleich aber auch effizient und finanzierbar zu halten, rät der Fiskalrat zur Planung und Finanzierung aus einer Hand, zu einer überregionalen, bedarfsorientierten Versorgungsplanung, mehr Ambulantisierung und Redimensionierung der stationären Versorgung. Auch sollen die Effizienz der Krankenanstalten gesteigert werden, die Honorararchitektur im niedergelassenen Bereich reformiert werden, Leistungs- und Honorarkataloge der Krankenversicherungsträger harmonisiert werden und die Gesundheitsförderung und Prävention gestärkt werden. (sst/APA)