Apothekerkammer-Präsidentin betritt Neuland   

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Mit Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Apothekerkammer, wurde erstmals eine Frau an die Spitze der Bundeskonferenz der Freien Berufe Österreichs (BUKO) gewählt. Sie fordert mehr Einbindung in Reformen und Gesetzgebung.  

Als erste BUKO-Präsidentin seit der Gründung 1960 vertritt Mursch-Edlmayr die Anliegen von rund 91.500 Freiberufler:innen mit rund 200.000 Mitarbeitenden aus neun Freiberufskammern – der Apothekerkammer, der Ärztekammer, der Notariatskammer, des Österreichischen Rechtsanwaltskammertags, der Patentanwaltskammer, der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen, der Tierärztekammer, der Zahnärztekammer sowie der Bundeskammer der Ziviltechniker:innen.

„Die Freien Berufe bilden Österreichs resilienteste gesellschaftliche Struktur. Wir verbinden fachliche Tiefe mit unternehmerischer Eigenverantwortung und akademische Expertise mit gelebter Bürgernähe. Kein anderer Systempartner ist so nah an den echten Bedürfnissen der Menschen wie die Freien Berufe mit mehr als einer Million täglicher Kontakte in Apotheken, Ordinationen, Kanzleien, Notariaten, Architektur- und Planungsbüros – also überall dort, wo man wirklich auf das reelle Leben der Menschen trifft,“ betonte die BUKO-Präsidentin. Das Vertrauen in die freien Berufsstände sei nicht verordnet, sondern verdient. Dieses Potenzial müsse die Politik anerkennen und nutzen. „Wer die BUKO nicht konsequenter und strukturierter in Reform- und Gesetzgebungsprozesse einbindet, verschwendet das wertvollste Expertenwissen, das Österreich zur Verfügung steht.“ Die BUKO gehöre schnellstmöglich an den Tisch mit den Sozialpartnern.

Die Freien Berufe vereinen eine Vielfalt an Erfahrung, die kein Ministerium intern abbilden könne, betonte Mursch-Edlmayr. Gerade ihre politische Unabhängigkeit sei ein Standortvorteil, auch im Bereich der Digitalisierung. Österreich sei bei einer der wichtigsten Fragen der Zukunft in gefährlicher Abhängigkeit und gebe dadurch Stück für Stück staatliche Souveränität ab.  „Österreich braucht keine importierte Resilienz, es braucht eigene Rechenzentren, eigene KI-Modelle und somit eine souveräne digitale Infrastruktur. Die BUKO ist bereit, diesen Weg mit ihrer gesamten Breite an Kompetenz zu begleiten“, so Mursch-Edlmayr und weiter: „Die Freien Berufe verwalten täglich die sensibelsten Daten der Republik –Gesundheitsdaten, Rechtsakten sowie Unternehmensinterna. Das verpflichtet uns zu mehr als Compliance. Es verpflichtet uns zu souveräner und proaktiver Gestaltung – und dazu sind wir bereit!“ (APA/tab)