Forderung nach Umdenken bei Medikamentenpreisen

© Sandoz / Peter Ginter

Der europäische Pharmaverband fordert nun ein Umdenken, was die Medikamentenpreise anbelangt. Dies vor dem Hintergrund der US-Preispolitik. 

Die Preispolitik von US-Präsident Donald Trump zielt darauf ab, US-Arzneimittelpreise an niedrigere Niveaus in anderen Ländern zu koppeln, so auch in Europa. Mit dem Ziel zu verhindern, dass europäische Niedrigpreise als Referenz für den US-Markt dienen und dann dort die Erträge reduzieren, schieben bereits jetzt viele Pharmakonzerne Markteinführungen in Europa hinaus. 

Das nahm der europäische Pharmaverband (EFPIA) nun zum Anlass, ein Umdenken zu fordern: Statt sich vor allem auf Exporte zu stützen, müssten die Bewertung und die Preisgestaltung innovativer Medikamente überdacht und ein attraktiverer Heimatmarkt geschaffen werden. 

EFPIA-Präsident Stefan Oelrich sagte, Deutschland sei so etwas wie ein Testfall dafür, was in Europa passieren kann. Um die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren, bereite die deutsche Bundesregierung ein Sparpaket vor, das unter anderem höhere Herstellerabschläge für Medikamente vorsieht. Zwei große Pharmaunternehmen haben schon darauf reagiert: Eli Lilly halbierte eine geplante Investition von 2,3 Milliarden Euro, Boehringer Ingelheim strich Ausbaupläne im Wert von 900 Millionen Euro. (sst/APA)