Ein paar Ideen für mehr Gesundheit

© Tanzer

Anstatt zu überlegen, wie man die Menschen mühsam zu gesünderem Verhalten anregen könnte, gibt es viele Maßnahmen, die rasch umgesetzt werden könnten und das Lebensumfeld gesünder machen. 

In Österreich sterben jedes Jahr 88.000 Menschen. Fast 30.000 davon – genau 33,4 % – an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Grundleiden. Die Gesundheitspolitik redet seit Monaten über Strukturreformen im Gesundheitswesen, über Digitalisierung, steigende Kosten durch den medizinischen Fortschritt und die Folgen der Demografie. Prävention bleibt ein Lippenbekenntnis. Man müsse halt die Menschen anhalten, gesünder zu leben, wird argumentiert. Immerhin gibt es jetzt eine preisliche Förderung von Obst, Gemüse und Vollkornprodukten durch die geringere Mehrwertsteuer umgesetzt. Es gäbe aber noch mehr zu tun. Da wären etwa:  

  • Sozialpolitische Maßnahmen gegen Armut  
  • Bewegungsfreundliche Stadtplanung 
  • Mehr und sichere Radwege, Gehwege, gute Beleuchtung und verkehrsberuhigte Zonen  
  • Mehr Grünflächen, Parks, Sportanlagen und Spielplätze  
  • Barrierefreie Gebäude, Verkehrsmittel und Gesundheitsangebote  
  • Bezahlbarer Wohnraum, gute Wärmedämmung und Schutz vor Schimmel  
  • Lärmschutz, bessere Luftqualität und weniger Schadstoffe in Wohngebieten  
  • Ausbau von Präventionsangeboten am Arbeitsplatz, etwa Betriebskantinen, Ruheräume und verbindlicher Hitzeschutz  
  • Klimaschutzmaßnahmen, um Extremwetterereignisse und Hitzewellen einzudämmen 
  • Öffentliche Maßnahmen gegen Einsamkeit, etwa Begegnungsräume, Nachbarschaftstreffs und gut erreichbare soziale Infrastruktur  
  • Gesundheitsgerechte Planung als Hitzeschutz: mehr Bäume, Schattenplätze, Trinkbrunnen und kühlere öffentliche Räume 
  • Burnout-Prävention durch familienfreundlichere Arbeitszeiten 
  • Mehrklassen-Gesundheitssystem abschaffen 
  • Kostenloses oder günstiges Trinkwasser in Schulen, Betrieben und öffentlichen Gebäuden  
  • Verpflichten zu weniger Zucker in Getränken (sonst höhere Steuern)  
  • Verbot von Süßwaren und Energydrinks an Schulen oder in Schulautomaten  
  • Werbeverbote oder Werbebeschränkungen für stark zucker-, fett- oder salzhaltige Lebensmittel, besonders in Angeboten für Kinder  
  • Vorgaben für gesündere Rezepturen, zum Beispiel weniger Salz, Zucker oder Transfette in verarbeiteten Lebensmitteln  
  • Gesunde, bezahlbare Verpflegung in Kantinen, Schulen und Kindergärten  
  • Begrenzung besonders großer Portionsgrößen bei Softdrinks oder Fast Food  
  • Verpflichtende, leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auf Verpackungen  
  • Standards für Schulessen, Kindergärten und öffentliche Kantinen  
  • Einschränkung der Platzierung ungesunder Produkte an Kassen oder in Kinderaugenhöhe  
  • Städtebauliche Vorgaben gegen eine hohe Dichte von Fast-Food-Angeboten rund um Schulen  
  • Verbot von Gratisproben, Rabattaktionen oder Sammelaktionen für ungesunde Kinderprodukte  
  • Regeln für Lieferdienste und Plattformen, damit gesündere Optionen sichtbar und bezahlbar angeboten werden  
  • Beschränkung von Alkoholwerbung und Verkaufszeiten  
  • Mindestpreise für Alkohol, um besonders billigen Hochkonsum weniger attraktiv zu machen
  • Verpflichtende Warnhinweise neben Tabak- auch auf Alkohol- oder besonders zuckerhaltigen Produkten  
  • Höhere Steuern auf Tabakprodukte und Alkohol  

Und das sind nur die Dinge, die mir spontan einfallen. (rüm)