@ Dmitry Vereshchagin – stock.adobe.com In der ersten Hitzewelle dieses Jahres sind in Österreich um fast 30 Prozent mehr Menschen gestorben als sonst. Pensionisten und Ärztekammer fordern dementsprechend Schutzmaßnahmen.
Erst nach dem Sommer schätzt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ein, wie viele Menschen in Österreich hitzebedingt starben. Und erst dann könne man die Übersterblichkeit bedingt durch Hitze benennen. Doch laut den nun vorgelegten Zahlen der Statistik Austria ist bereits jetzt eines klar: Bei Hitze starben bereits deutlich mehr Menschen. Denn in der ersten Hitzewelle dieses Jahres Ende Juni, Anfang Juli sind in der Statistik 1817 Sterbefälle ausgewiesen. Das sind um 29 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2025 und in der gleichen Woche. In der Altersgruppe der Über-65-Jährigen gab es in der ersten Hitzewelle sogar eine noch stärkere Abweichung zum langjährigen Durchschnitt: Unter ihnen stieg die Anzahl der Sterbefälle um 36 Prozent auf 1586 an.
In Anbetracht dessen fordert der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) jetzt verpflichtende und bundesweit einheitliche Hitzeschutzpläne für alle Alten- und Pflegeheime in Österreich. „Gerade Bewohner:innen von solchen Heimen gehören zu den am stärksten gefährdeten Personengruppen, sie können oft nicht selbst entscheiden, wie sie sich vor Hitze schützen, und es darf nicht vom Bundesland oder Heimträger abhängen, wie gut ältere Menschen geschützt werden“, erklärt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer. Auch brauche es Investitionen in die Klimafitness von Pflegeeinrichtungen etwa durch thermische Sanierungen oder verschiedene Sonnenschutzmaßnahmen.
Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) fordert dies für die Spitäler. Es müsse präventiv dafür gesorgt werden, dass in den Spitälern funktionierende Klimatisierungstools installiert werden, dies zum Schutz der Patient:innen, aber auch des gesamten medizinischen Personals. Die Hitzetage werden künftig eher nicht weniger werden, betont der Vizepräsident der ÖÄK und Bundeskurienobmann der angestellten Ärzt:innen Daniel von Langen. „Also müssen unsere Spitäler diesbezüglich deutlich resilienter werden.“ (sst/APA)