Studie findet Faktor für krankhaftes Schwitzen

Zwei bis fünf Prozent der Menschen leiden an primärer Hyperhidrose. Forschende haben jetzt genetisch bedingte Veränderungen im sympathischen Nervensystem als eine Ursache identifiziert. 

Trotz ihrer Häufigkeit werde Hyperhidrose wegen der starken Stigmatisierung der Beschwerden zu selten diagnostiziert. Zudem werde die Erkrankung mangels bekannter Ursachen oft fälschlicherweise als kosmetisches Problem angesehen, schreiben Frank Bosmans von der Freien Universität Brüssel und seine Co-Autor:innen. Bei manchen Betroffenen liegt die Ursache in Veränderungen der Schweißdrüsen. Hier könnten lokale Behandlungen bis hin zu Botulinumtoxin eine Linderung erzielen. Doch, so die Forschenden: „Ein signifikanter Anteil der Patienten spricht jedoch nicht auf lokale Interventionen an und weist normale Schweißdrüsen auf.“ Bei ihnen wird eine Überaktivität des sympathischen Nervensystems als Ursache angenommen. 

Um den genetischen Ursachen auf die Spur zu kommen, untersuchten die Forschenden mehr als 180 Personen aus 32 Familien, in denen die Störung über Generationen hinweg auftrat. Dabei entdeckten sie Defekte im Nav1.8-Ionenkanal, einem Proteinkanal der Nerven, der elektrische Signale im Nervensystem reguliert. Durch die genetischen Defekte wird das Nervensystem, das die Schweißdrüsen steuert, ständig überstimuliert. Die Entdeckung eröffne die Aussicht auf gezieltere Behandlungen, schrieben die Autor:innen. (APA/tab) 

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