COMPASS-ARTeCAT: Arterielle Thrombosen bei Krebs – Häufigkeit und Risikofaktoren

Die prospektive COMPASS-ARTeCAT-Studie mit 1.064 ambulanten Krebspatient:innen (mittleres Alter 65 Jahre, 61 % Lungenkrebs) untersuchte das Auftreten arterieller Thrombosen (ATE). Es zeigte sich eine hohe Rate arterieller Ereignisse mit 7,98 % innerhalb von 12 Monaten (4,47 % nach 3 Monaten, 5,90 % nach 6 Monaten, > 50 % der ATE in den ersten 3 Monaten). Im Verlauf von 12 Monaten trat bei 1 von 13 Krebspatient:innen eine ATE auf. Am häufigsten waren NSTEMI/ACS (51 %) und ischämischer Schlaganfall/TIA (22 %); andere ATE (25 %; Niereninfarkt, Beinischämie, Aorta; mesenteriale Ischämie 2 %). Besonders hohes Risiko bestand bei Lungenkrebs, Metastasierung, Rauchen, Adipositas, Hypertonie, Niereninsuffizienz, sowie antiangiogener Therapie (z. B. VEGFi, TKI) oder Erythropoetin/ESA. ATE führte zu signifikant eingeschränktem Überleben (70 % mit ATE vs. 92 % im Follow-up).

Bedeutung für die Praxis: Arterielle Thrombosen treten in 1 von 13 Patient:innen auf, insbesondere bei Lungenkrebs, Metastasierung, antiangiogenen Therapien und kardialen Risikofaktoren. Eine präventive generelle Antikoagulation wird derzeit noch nicht empfohlen, jedoch besondere Beobachtung bei Risikokonstellation.