Privatversicherung kontert PRIKRAF-Kritik 

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Nach der jüngsten Kritik am Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds verteidigt Marktführer UNIQA Angebote in der privaten Krankenversicherung und spricht sich für ein stärkeres Zusammenspiel von öffentlicher und privater Versorgung aus.  

„Wer die Gesundheitsversorgung von morgen sichern will, muss öffentliche Stärke und private Initiative zusammendenken“, betont René Knapp, Vorstand der UNIQA Insurance Group. Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und eines wachsenden Bedarfs an medizinischen Leistungen steige der Druck auf das Gesundheitssystem. Private Vorsorge schaffe zusätzliche Kapazitäten und könne helfen, die Versorgung langfristig abzusichern.

Die private Krankenversicherung leiste bereits heute einen konkreten Beitrag, argumentiert die UNIQA. Wahlärzt:innen schaffen zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten, Privatkliniken stellen Betten und OP-Kapazitäten bereit. Auch die Sonderklasse in den öffentlichen Spitälern habe einen positiven Effekt: Die von Privatversicherten bezahlten Sonderklassehonorare seien für Spitzenärzt:innen ein zusätzlicher finanzieller Anreiz, im öffentlichen System zu bleiben. Da diese Ärzt:innen überwiegend auch Patient:innen der allgemeinen Klasse behandeln, komme dieser Beitrag letztlich dem gesamten Spitalswesen zugute.

Besonders deutlich sei der Entlastungseffekt bei Privatkliniken. Rund 41 Prozent der über eine private Zusatzversicherung abgerechneten Leistungen entfallen laut UNIQA auf Privatspitäler. Dort übernimmt die Sozialversicherung nur einen Teil der Behandlungskosten, während der Rest von den Patient:innen beziehungsweise ihren privaten Versicherungen getragen wird. Aus Sicht der UNIQA schaffen Privatspitäler damit nicht nur zusätzliche Versorgungskapazitäten, sondern entlasten die öffentlichen Kassen. Ihr gesamtes Leistungsvolumen entspreche jenem der öffentlichen Spitäler im gesamten Bundesland Salzburg.

Die Rolle der privaten Finanzierung zeigt sich auch in den Gesundheitsausgaben: Laut Statistik Austria wurden 2025 insgesamt 61,3 Milliarden Euro für das österreichische Gesundheitswesen ausgegeben. Knapp ein Viertel (24,4 %) der laufenden Gesundheitsausgaben entfiel auf private Ausgaben. Gleichzeitig waren laut Versicherungsverband Österreich rund 3,66 Millionen Menschen privat versichert. Die privaten Versicherer zahlten im vergangenen Jahr 2,18 Milliarden Euro für Versicherungsleistungen aus.

Angesichts des zunehmenden Personalmangels gewinne die zusätzliche Kapazität an Bedeutung, so die UNIQA. Laut Ärztekammer werden in den kommenden zehn Jahren mehr als 18.000 Ärzt:innen das Pensionsalter von 65 Jahren erreichen oder überschreiten. Bereits heute ist knapp ein Drittel der Ärzteschaft älter als 55 Jahre. Für René Knapp geht es daher nicht um ein „öffentlich oder privat“, sondern um ein Zusammenspiel beider Bereiche. Auch Präventionsangebote der privaten Versicherer könnten dazu beitragen, Erkrankungen zu vermeiden und damit die öffentlichen Versorgungssysteme langfristig zu entlasten. (tab)