Endlich raus aus dem Alltag und abschalten, Neues entdecken, Sonne tanken und sich treiben lassen. So schön ein Urlaub auch ist, für den Körper bedeutet Reisen oft eine Herausforderung, auch im Hinblick auf die Gesundheit.
Klimawechsel, ungewohnte Speisen, langes Sitzen und Fahren, Zeitverschiebung, Sonne, Insekten oder Klimaanlagen können das Wohlbefinden rasch beeinträchtigen. Wer rechtzeitig vorsorgt, kann viele typische Reisebeschwerden aber einfach vermeiden.
Urlaub beginnt nicht erst am Flughafen, im Auto oder am Bahnhof. Aus gesundheitlicher Sicht startet er schon einige Wochen davor, besonders dann, wenn es sich um eine Fernreise handelt, Kinder mitreisen, chronische Erkrankungen bestehen oder regelmäßig Medikamente eingenommen werden müssen.
Gerade für Fernreisen, Tropenreisen oder Aufenthalte in Regionen mit besonderen Gesundheitsrisiken sollte rechtzeitig reisemedizinische Beratung eingeholt werden. Manche Impfungen benötigen mehrere Wochen Vorlaufzeit oder müssen mehrmals verabreicht werden, bis ein ausreichender Schutz aufgebaut ist.
Auch Auffrischungen von Standardimpfungen sollten überprüft werden. Dazu zählen etwa Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Polio oder Masern-Mumps-Röteln. Je nach Destination können weitere Impfungen sinnvoll oder vorgeschrieben sein.
Ebenso wichtig ist ein Blick auf die persönliche Medikamentenliste. Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt, sollte ausreichend Vorrat einpacken, sogar am besten etwas mehr als für die geplante Reisedauer notwendig.
Flugausfälle, Streiks, verlorenes Gepäck oder ungeplante Verlängerungen können sonst schnell auch zu einem Gesundheitsproblem werden. Dauerhaft benötigte Medikamente gehören ins Handgepäck, damit sie auch bei verspätetem oder verlorenem Koffer verfügbar sind.
Der Inhalt hängt davon ab, zu welcher Jahreszeit die Reise stattfindet, welches Reiseziel am Plan steht, ob Kinder mitreisen und wie es um den eigenen Gesundheitszustand bestellt ist. Ein Wochenende in den Bergen stellt andere Anforderungen als eine Fernreise, ein Badeurlaub mit Kindern andere als eine Städtereise im Hochsommer. Grundsätzlich gilt:
Medikamente und Gesundheitsprodukte sollten möglichst schon vor der Abreise besorgt werden, denn oft sind sie im Ausland schwer erhältlich, und in manchen Ländern kann auch das Risiko für Arzneimittelfälschungen erhöht sein.
Zur Basisausstattung gehören Mittel gegen Schmerzen und Fieber, Durchfall, Übelkeit, Verstopfung, Erkältungssymptome, Allergien, Juckreiz und Insektenstiche. Auch Pflaster, Verbandmaterial, Desinfektionsmittel, Wundgel oder Wundsalbe, Pinzette, kleine Schere, Fieberthermometer, Sonnenschutz und Insektenschutz sollten nicht fehlen. Für Kinder braucht es altersgerechte Präparate und Dosierungen. Für Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangere, ältere Personen oder Personen mit Allergien ist eine individuelle Zusammenstellung besonders wichtig. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach, und lassen Sie sich beraten.
Reisedurchfall zählt zu den häufigsten Gesundheitsproblemen im Urlaub. Der Grund liegt oft nicht in verdorbenem Essen allein, sondern in ungewohnten Keimen, anderen Hygienebedingungen, sehr fettigen Speisen, zu viel Alkohol, Hitze oder in einer veränderten Tagesroutine. Meist ist Reisedurchfall unangenehm, aber harmlos. Entscheidend ist, den Flüssigkeits- und Salzverlust auszugleichen. Besonders bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen kann Flüssigkeitsmangel rasch problematisch werden.
Elektrolytlösungen gehören daher in jede Reiseapotheke. Sie helfen, Wasser und Mineralstoffe gezielt zu ersetzen. Zusätzlich gilt: viel trinken, leichte Kost, Ruhe und bei Bedarf geeignete Präparate aus der Apotheke. Vorsicht ist geboten, wenn hohes Fieber, Blut im Stuhl, starke Schmerzen, Kreislaufprobleme oder anhaltender Durchfall auftreten. Dann sollte ärztliche Hilfe gesucht werden.
In Ländern mit niedrigeren Hygienestandards sollte man Leitungswasser, iswürfel, ungeschältes Obst, rohe Speisen und nicht ausreichend gegarte Lebensmittel kritisch betrachten. Eine einfache Grundregel lautet: kochen, schälen oder weglassen. Auch regelmäßiges Händewaschen oder Händedesinfektion kann viel bewirken.
Sonne hebt die Stimmung, unterstützt die Vitamin-D-Bildung und gehört für viele Menschen zum Urlaubsgefühl dazu. Trotzdem wird ihre Kraft oft unterschätzt; besonders in den ersten Urlaubstagen am Meer, in den Bergen, auf dem Wasser oder bei Wind ist Vorsicht geboten. Dort fühlt sich die Hitze manchmal weniger stark an, die UV-Belastung kann aber hoch sein. Erst mit ein paar Stunden Verzögerung meldet die Haut, dass es brennt und die Sonne zu viel war. Der Sonnenbrand ist nicht nur unangenehm, sondern auch ein Zeichen dafür, dass die Haut geschädigt wurde. Auf lange Sicht wird damit das Risiko für Hautkrebs höher.
Ein guter Sonnenschutz beginnt schon mit dem richtigen Verhalten. Dazu gehört, die direkte Mittagssonne zu meiden, Schatten zu suchen, Sonnenhut und Sonnenbrille zu tragen, leichte Kleidung zu wählen und Sonnenschutzmittel großzügig aufzutragen. Wichtig ist, Sonnenschutz mit ausreichend hohem Schutzfaktor zu verwenden und regelmäßig nachzucremen, das gilt besonders nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen.
Kinderhaut ist besonders empfindlich und braucht konsequenten Schutz. Säuglinge sollten nicht direkter Sonne ausgesetzt werden; Elternbildungsangebote empfehlen bei kleinen Kindern Sonnenhut, Schatten und hohen Lichtschutzfaktor.
Aber nicht nur die Haut braucht Schutz, denn Strahlung, Wind, Salzwasser, Chlor und Klimaanlagen können die Augen reizen. Eine gute Sonnenbrille mit UV-Schutz und befeuchtende Augentropfen gehören daher in jedes Reisegepäck.
Mücken bzw. Gelsen, Bremsen oder Zecken sind im Urlaub nicht nur lästig. In manchen Regionen können Insekten auch Krankheitserreger übertragen. Nach Aufenthalten im Grünen empfiehlt es sich, Haut und Kleidung nach Stichen oder Zeckenbissen abzusuchen. Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie möglichst rasch und korrekt entfernt werden. Eine Pinzette oder Zeckenkarte kann daher sinnvoll sein. Die Einstichstelle sollte beobachtet werden. Bei Wanderröte, Fieber oder grippeähnlichen Beschwerden nach einem Zeckenstich ist ein Arzt aufzusuchen.
Bei juckenden Insektenstichen helfen kühlende Gels, antiallergische Präparate oder entzündungshemmende Mittel. Kratzen sollte man möglichst vermeiden, da sonst kleine Hautverletzungen entstehen, die sich entzünden können.