Insekten gehören zum Sommer und zu vielen Urlaubsreisen dazu. Ganz vermeiden lassen sich daher auch Stiche nicht immer. Aber mit guter Vorbereitung, konsequentem Schutz und schneller Hilfe nach einem Stich bleiben die Folgen meist klein.
Neben Sonnenschutz, Pflastern und Mitteln gegen typische Reisebeschwerden sollten auch Insektenschutz und eine schnelle, unkomplizierte Hilfe bei Stichen in der Reiseapotheke nicht fehlen. Besonders praktisch sind Lösungen, die ohne chemische Wirkstoffe auskommen, sekundenschnell angewendet werden können und auch unterwegs sofort griffbereit sind. So bleibt der Stich zwar vielleicht nicht aus, aber er muss nicht gleich den Urlaub verderben.
Sommer, Sonne, laue Abende, und plötzlich ist er da: der juckende Stich am Knöchel, am Arm oder im Nacken. Insektenstiche gehören zu den häufigsten Gesundheitsproblemen auf Reisen. Meist sind sie harmlos, aber unangenehm. Sie jucken, brennen, schwellen an und können einfach richtig lästig werden. Wer viel im Freien unterwegs ist, in warme Regionen reist oder abends gern draußen sitzt, sollte deshalb nicht nur an Sonnenschutz und Reiseapotheke denken, sondern auch an einen guten Schutz vor Insekten und an rasche Hilfe nach einem Stich.
Mücken lieben Wärme, Feuchtigkeit und stehende Gewässer. Daher treten sie häufig in der Nähe von Seen, Flüssen, Pools, Regentonnen, Reisfeldern oder in tropischen und subtropischen Regionen auf. Aber auch im Mittelmeerraum, beim Camping, Wandern oder im eigenen Hotelzimmer können Insekten zur Belastung werden. Neben Mücken bzw. Gelsen, können auch Bremsen, Wespen, Bienen, Ameisen oder Sandmücken stechen oder beißen. Die Reaktion der Haut ist dabei unterschiedlich, denn während manche Menschen kaum etwas bemerken, können andere deutliche Rötungen, Schwellungen und starken Juckreiz entwickeln.
Beim Stich gibt das Insekt Speichel oder Sekret in die Haut ab. Darin können Eiweiße und andere Substanzen enthalten sein, auf die der Körper reagiert. Das Immunsystem setzt unter anderem Histamin frei. Dadurch kommt es zu Rötung, Schwellung, Wärmegefühl und Juckreiz. Diese Reaktion ist im Grunde ein Abwehrmechanismus des Körpers – aber sie fühlt sich unangenehm an.
Besonders problematisch wird es, wenn man kratzt. Denn das Kratzen verletzt die Haut zusätzlich. Dadurch können Bakterien leichter eindringen, und aus einem harmlosen Stich kann sich eine entzündete Stelle entwickeln. Gerade auf Reisen, bei Hitze, Schweiß, Sand, Staub oder Meerwasser ist die Haut ohnehin stärker belastet.
Der wichtigste Schritt ist daher, das Risiko für Stiche möglichst zu vermeiden. In mückenreichen Gebieten hilft lange, helle Kleidung, besonders in der Dämmerung und am Abend. Dunkle Kleidung zieht manche Insekten stärker an, während helle Stoffe weniger attraktiv wirken und Stiche leichter bemerkt werden. Dünne, eng anliegende Kleidung bietet allerdings wenig Schutz, weil Mücken teilweise durch Stoff stechen können. Besser sind locker sitzende, lange Ärmel und lange Hosen.
Auch Insektenschutzmittel für die Haut sind wichtige Reisebegleiter. Sie sollten passend zum Reiseziel, Alter und Hauttyp ausgewählt werden. Für Kinder, Schwangere oder Menschen mit empfindlicher Haut empfiehlt sich eine Beratung in der Apotheke.
Ist der Stich da, zählt rasche Hilfe. Je früher die Haut beruhigt wird, desto geringer ist oft der Drang zu kratzen. Viele Menschen greifen zuerst zu kühlenden Gels, Roll-ons oder Hausmitteln. Kälte kann Schwellung und Juckreiz kurzfristig lindern. Auch antiallergische oder entzündungshemmende Präparate können bei stärkeren Reaktionen sinnvoll sein.
Eine moderne Möglichkeit ist die gezielte Behandlung mit Wärme. Dabei wird die Stichstelle für wenige Sekunden kontrolliert erwärmt. Das Prinzip beruht darauf, dass Wärme lokal auf die betroffene Stelle einwirkt. Dabei können im Insektensekret enthaltene Eiweißbestandteile beeinflusst werden, und zugleich wirkt der kurze Wärmereiz als Gegenreiz zum Juckreiz. Moderne Geräte arbeiten mit einer erhitzbaren Keramikfläche und ermöglichen je nach Hautempfindlichkeit unterschiedliche Anwendungsprogramme. Manche Modelle bieten einen sanfteren Modus für empfindliche Haut oder die erste Anwendung sowie kürzere oder längere Wärmeimpulse, etwa über 3 oder 6 Sekunden. Auch eine Lichtfunktion kann praktisch sein, wenn die Stichstelle abends, im Zelt oder bei schlechten Lichtverhältnissen schwer zu erkennen ist.
Gerade auf Reisen ist diese Form der Anwendung praktisch: Sie ist kompakt, handlich, schnell einsatzbereit und kommt ohne Salben, Duftstoffe oder andere chemische Substanzen aus. Das kann besonders angenehm sein, wenn man unterwegs nicht kleben, schmieren oder warten möchte, bis ein Gel eingezogen ist. Auch für Menschen, die chemische Inhaltsstoffe auf der Haut möglichst vermeiden möchten, kann eine rein physikalische Anwendung eine gute Alternative sein.