Ein falscher Schritt auf unebenem Pflaster, ein Ausrutscher am Pool, eine kleine Wanderung mit rutschigem Abstieg oder ein Sturz beim Radfahren: Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen gehören zu den häufigen kleinen Verletzungen im Urlaub.
Meist sind sie nicht gefährlich, aber sie können jede Reise, vor allem Aktivurlaube, deutlich beeinträchtigen. Schmerzen, Schwellung, Bluterguss oder eingeschränkte Beweglichkeit machen aus einem unbeschwerten Urlaubstag rasch eine ungewollte Zwangspause. Auf Reisen ist der Körper oft anderen Belastungen ausgesetzt als im Alltag. Man geht mehr zu Fuß, trägt Gepäck, bewegt sich auf ungewohntem Untergrund, steigt viele Treppen, wandert, schwimmt, fährt Rad oder probiert neue Sportarten aus. Auch Müdigkeit, Hitze, ungeeignetes Schuhwerk oder Eile beim Umsteigen erhöhen das Risiko für kleine Unfälle. Besonders häufig betroffen sind Sprunggelenk, Knie, Handgelenk, Schulter, Rücken und Nacken. Viele dieser Beschwerden lassen sich durch Vorbereitung vermeiden. Bequeme, gut sitzende Schuhe sind wichtiger als modische Experimente. Neue Wanderschuhe sollten vor der Reise eingelaufen werden. Wer längere Strecken plant, sollte Pausen einlegen, ausreichend trinken und die Belastung langsam steigern. Auch Dehnen, Aufwärmen und ein realistisches Tempo helfen, Überlastungen zu vermeiden.
Eine Verstauchung entsteht, wenn ein Gelenk über sein normales Bewegungsausmaß hinaus belastet wird. Dabei können Bänder, Gelenkkapsel und umliegendes Gewebe überdehnt oder verletzt werden. Typisch ist das Umknicken mit dem Fuß. Innerhalb kurzer Zeit treten Schmerzen, Schwellung und manchmal ein Bluterguss auf. Das Gelenk fühlt sich instabil an oder lässt sich nur eingeschränkt belasten.
Eine Prellung entsteht dagegen meist durch einen stumpfen Stoß oder Aufprall. Dabei werden Haut, Unterhaut, Muskeln oder Gelenkstrukturen gequetscht, ohne dass die Haut offen verletzt ist. Kleine Blutgefäße können reißen, wodurch ein Bluterguss entsteht. Die Stelle ist druckempfindlich, schwillt an und kann sich verfärben. Auch Zerrungen sind auf Reisen keine Seltenheit: Sie entstehen, wenn Muskeln oder Sehnen überlastet oder ruckartig gedehnt werden – etwa beim Wandern, Tennis, Schwimmen oder beim schnellen Sprint zum Zug.
Bei Kindern gehören Stürze fast zum Reisealltag. Am Spielplatz, Poolrand, Strand, Fahrrad, Roller oder Hotelzimmer – schnell ist etwas passiert. Meist reicht es, zu trösten, die Stelle zu kühlen und zu beobachten. Wichtig ist, Verletzungen nicht zu unterschätzen, wenn das Kind starke Schmerzen hat, nicht auftreten möchte, ein Gelenk schont oder ungewöhnlich ruhig wirkt.
Bei der Anwendung von Salben oder anderen Präparaten sollte immer auf das Alter, die Dosierung und die Gebrauchsinformation geachtet werden. Nicht jedes Präparat ist für jedes Alter geeignet. Die Apotheke kann helfen, eine passende Reiseausstattung für Familien zusammenzustellen.
Bei akuten Verletzungen ist rasches Handeln entscheidend. In den ersten 48 Stunden steht die Kühlung im Vordergrund. Kälte kann Schmerzen lindern, die Entzündungsreaktion dämpfen und die Bildung von Schwellungen und Blutergüssen begrenzen, weil sich Blutgefäße durch den Kältereiz verengen. Dieser Effekt ist besonders in der Akutphase hilfreich. Bewährt hat sich die sogenannte PECH-Regel: Pause, Eis, Kompression und Hochlagern. So kann das Gewebe entlastet werden.
Neben Kühlpacks oder kalten Umschlägen können kühlende Salben bei stumpfen Verletzungen eine sinnvolle Ergänzung der Reiseapotheke sein. Sie lassen sich lokal auftragen, sind handlich und benötigen kein Gefrierfach. Das ist besonders praktisch, wenn man im Hotelzimmer, im Ferienhaus, beim Camping oder unterwegs keine Möglichkeit hat, klassische Kälteanwendungen vorzubereiten.
Kühlende Schmerzsalben werden lokal angewendet und können bei akuten Verletzungen von Muskeln, Gelenken und Sehnen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen eingesetzt werden. Auch bei Überanstrengung oder Beschwerden im Bereich von Gelenken und Wirbelsäule werden entsprechende Präparate verwendet.
Bestimmte Inhaltsstoffe unterstützen dabei unterschiedliche Effekte. Menthol vermittelt einen kühlenden Effekt und wirkt leicht anästhesierend. Methylsalicylat wird schmerzstillend und entzündungshemmend beschrieben. Menthol, Methylsalicylat und Kampfer können zudem durchblutungsfördernde Eigenschaften haben. Bei Verletzungen und Entzündungen kann eine verbesserte lokale Durchblutung dazu beitragen, dass Beschwerden rascher abklingen. Für Reisende ist diese Kombination besonders praktisch, denn eine Salbe kann gezielt dort aufgetragen werden, wo es wehtut.