Sicher und gesund von Anfang an

Nähe, Geborgenheit und ein gutes Bauchgefühl sind für Babys in den ersten Lebensmonaten besonders wichtig. Umso belastender ist es, wenn gerade das Bäuchlein immer wieder Unruhe bringt. Daher suchen viele Eltern nach sanfter Unterstützung.

Die erste Zeit mit einem Baby ist intensiv, berührend und voller neuer Erfahrungen. Eltern lernen die Signale ihres Kindes Tag für Tag besser kennen, entwickeln Routinen, entdecken kleine Rituale und erleben, wie stark Zuwendung das Wohlbefinden eines Kindes prägen kann. Gerade in diesen ersten Monaten spielt der Bauch eine besondere Rolle: beim Trinken, bei der Verdauung, beim Ankommen in der neuen Welt. Wenn in dieser Zeit Unruhe, Weinen oder Bauchweh auftreten, verunsichert das viele junge Eltern.

Koliken: Ursachen wenig bekannt

Wenn ein Baby stundenlang schreit, die Beinchen anzieht, sich das Bäuchlein hart anfühlt und nichts so recht hilft, geraten Eltern schnell an ihre Grenzen. Der Verdacht liegt nahe: Bauchschmerzen. Tatsächlich sind Säuglingskoliken ein häufiges Phänomen in den ersten Lebenswochen. Sie treten typischerweise in den ersten Monaten auf, beginnen oft um die zweite Lebenswoche, erreichen ihren Höhepunkt meist um die sechste Woche und bessern sich bei vielen Kindern bis zum Alter von drei bis vier Monaten wieder. Betroffen sind sonst gesunde Babys, die überdurchschnittlich viel und oft vor allem abends schreien.
Koliken bedeuten nicht automatisch, dass tatsächlich ein krankhafter Darmbefund vorliegt, und es werden in Fachkreisen unterschiedliche Ursachen diskutiert. Eine Rolle spielen unter anderem ein noch unreifes Verdauungssystem, eine sich verändernde Zusammensetzung der Darmflora, eine vorübergehende Empfindlichkeit gegenüber Nahrungsbestandteilen, Luftschlucken beim Trinken oder Schreien, Überreizung, ein noch nicht gut reguliertes Nervensystem und in manchen Fällen auch Reflux oder Unverträglichkeiten als mögliche Mitursachen. Gleichzeitig gilt, dass Blähungen und ein aufgeblähter Bauch auch Folge des vielen Schreiens sein können.

3–3–3: Wann sollten Eltern achtsam sein?

Typisch für Säuglingskoliken ist das sogenannte „Dreiermuster“: mehr als drei Stunden Schreien pro Tag an mehr als drei Tagen pro Woche über mehr als drei Wochen. Die Babys ziehen oft die Beine an, ballen die Fäuste, werden im Gesicht rot, überstrecken sich oder wirken, als hätten sie starke Bauchkrämpfe. In der Zwischenzeit sind sie jedoch häufig unauffällig, trinken ordentlich und nehmen zu. Genau das unterscheidet Koliken von vielen anderen Ursachen für anhaltendes Weinen.
Bei Kleinkindern sieht die Sache meist etwas anders aus. Hier steckt hinter Bauchschmerzen deutlich häufiger ein konkreter Auslöser wie zum Beispiel zu hastiges Essen, Verstopfung, Magen-Darm-Infekte, Luft im Bauch, ungewohnte Speisen, sehr süße Getränke oder auch Stress und Aufregung. Wenn die Beschwerden wiederkehren, das Kind schlecht isst, Fieber hat, erbricht oder matt wirkt, sollte das ärztlich abgeklärt werden.

Was Probiotika leisten können

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, meist bestimmte Milchsäurebakterien oder Bifidobakterien, die helfen, das mikrobielle Gleichgewicht im Darm zu unterstützen. Gerade bei Säuglingen ist das plausibel, weil sich die Darmflora in den ersten Lebensmonaten erst entwickelt. Wichtig ist allerdings: Probiotika sind nicht gleich Probiotika. Entscheidend ist immer der ganz konkrete Stamm. Für Säuglingskoliken ist besonders ein bestimmter Stamm untersucht worden: Limosilactobacillus reuteri DSM 17938. Dieser gehört zu den Milchsäurebakterien und kommt auch natürlicherweise im menschlichen Verdauungstrakt vor. Bei Bauchschmerzen oder Koliken kann er einfach über Tropfen zugeführt werden und die Beschwerden lindern. Der gezielt eingesetzte probiotische Stamm kann die Darmflora günstig beeinflussen, entzündliche Reize vermindern, die Barrierefunktion im Darm unterstützen und dadurch Beschwerden wie vermehrtes Schreien oder Unruhe reduzieren.