Fachgesellschaften fordern Update der Vorsorge 

v.l.: Alexander Rosenkranz (ÖGIM), Kathrin Eller (ÖGN), Daniel Scherr (ÖKG), Harald Sourij (ÖDG) © ÖGIM, ÖDG, ÖGN, ÖKG

Vier ärztliche Fachgesellschaften haben sich zusammengetan und fordern die Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung. Das Update soll neue Bereiche enthalten, bestehende sollen adaptiert werden. 

Es sind die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM), die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG), die Österreichische Kardiologische Gesellschaft (ÖKG) und die Österreichische Gesellschaft für Nephrologie (ÖGN), die gemeinsam die Modernisierung der Vorsorgeuntersuchung fordern. Immerhin rund 1,4 Millionen Österreicher:innen nehmen pro Jahr daran teil, damit sei die Untersuchung „ein wichtiges Instrument, um gesundheitliche Risiken und Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, heißt es seitens der Gesellschaften. Und: Es gehe nicht darum, möglichst viele Untersuchungen in das Update der Vorsorge zu integrieren, die zuletzt 2005 überarbeitet wurde, sondern um den Einsatz „evidenzbasierter, risikoadaptierter, praktisch umsetzbarer Untersuchungen bei den richtigen Menschen und zum richtigen Zeitpunkt“, wie ÖGIM-Präsident Alexander Rosenkranz betont.

Zu den neu vorgeschlagenen Bereichen zählen die bessere Früherkennung von Typ-2-Diabetes über das Bestimmen von zusätzlichen Laborwerten bei Menschen mit Risikofaktoren für Diabetes wie Übergewicht. Auch Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und das kardiovaskuläre Gesamtrisiko will man künftig genauer erfassen, ebenfalls unter Berücksichtigung individueller Risikofaktoren. Übergewicht und Adipositas sollen nicht mehr nur nach dem Body-Mass-Index, sondern auch hinsichtlich medizinischer, funktioneller und psychischer Komplikationen beurteilt werden.

Gezielter und anhand zeitgemäßer Instrumente sollen in Zukunft das Ernährungs- und Bewegungsverhalten, der Alkohol- und der Tabakkonsum erhoben werden. Bei Frauen wollen die Fachgesellschaften zudem strukturiert geschlechtsspezifische Risikofaktoren bestimmt haben. Die Früherkennung dürfe nicht mit der Diagnose bei der Vorsorge enden, erklären ÖGIM, ÖDG, ÖKG und ÖGN noch. Auffällige Befunde müssten in klar definierte diagnostische und therapeutische Behandlungspfade münden, die noch zu entwickeln seien. (sst/APA)