Symbolbild © Ecpomedia Die EU-Arnzeimittelbehörde EMA empfiehlt der EU-Kommission die Zustimmung zur Zulassung für eine weitere Abnehmpille. Gleichzeitig sichert sich der nächste europäische Pharmakonzern Entwicklungen aus China.
Der US-Pharmakonzern Eli Lilly hat für seine Abnehmpille „Foundayo“ eine wichtige Hürde auf dem Weg zur Zulassung in der Europäischen Union genommen. Ein Ausschuss der EU-Arzneimittelbehörde EMA empfahl am Freitag die Zulassung des Medikaments zur Gewichtskontrolle und zur Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen. Die EU-Kommission muss der Empfehlung nun noch zustimmen, bevor Eli Lilly das Mittel auf den Markt bringen kann. Foundayo wäre nach der Pille „Wegovy“ des dänischen Rivalen Novo Nordisk das zweite orale Medikament dieser Art mit einer Zulassung in der EU.
Der Schweizer Pharmakonzern Roche macht indes den nächsten Vorstoß im Geschäft mit Abnehmmedikamenten und ist eine Partnerschaft im Wert von bis zu 1,04 Mrd. Euro mit der chinesischen Biotech-Firma Rona Therapeutics eingegangen. Beide Seiten hätten ein Lizenzabkommen für einen in der Entwicklung befindlichen Adipositas-Wirkstoff geschlossen, teilte Rona mit. Rona erhält demnach eine Vorabzahlung von 100 Millionen Dollar. Der sogenannte RNAi-Wirkstoffkandidat zielt auf das Enzym ALK7 ab, das bei Fettleibigkeit und Stoffwechselerkrankungen eine Rolle spielt. Erst im September hatte Roche positive Daten aus einer mittleren Studienphase für seinen Wirkstoffkandidaten Enicepatide gemeldet, der Patient:innen half, Gewicht zu verlieren und den Blutzuckerspiegel zu senken.
Roche ist nicht der einzige Konzern, der Knowhow aus China einkauft. Schätzungen zufolge befinden sich in China mehr als 250 Wirkstoffkandidaten in der Entwicklung. Viele davon haben bereits das Interesse großer Pharmaunternehmen geweckt. AstraZeneca, Merck, Pfizer und Regeneron haben ebenfalls Vereinbarungen zu in China entwickelten Abnehmmedikamenten bekanntgegeben. Erst kürzlich gab Novo Nordisk einen Deal mit dem chinesischen Herstellers Jiangsu Hengrui Pharmaceuticals bekannt. Die Dänen leiste zunächst eine Vorabzahlung von 300 Millionen Dollar. Später winken erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 2,3 Milliarden Dollar, wie Hengrui mitteilte. In China ist das Produkt für klinische Phase-1-Studien zur Behandlung von Übergewicht und Diabetes zugelassen. Bei der Pille handelt es sich um ein Medikament aus der Klasse der GLP-1-Rezeptor-Agonisten – wie auch die Abnehmspritze „Wegovy“ der Dänen. Novo Nordisk zufolge soll die Tablette nur einmal wöchentlich eingenommen werden. Das würde die Einnahme im Vergleich zu aktuellen Angeboten erheblich reduzieren und die Anwendung für Patient:innen einfacher machen. (red/Agenturen)