PROTEUS: Perioperative Therapieintensivierung verbessert ereignisfreies Überleben

Bei Patienten mit lokalisiertem oder lokal fortgeschrittenem Hochrisiko-Prostatakarzinom ist die radikale Prostatektomie eine etablierte kurative Therapieoption. Ob eine zusätzliche perioperative systemische Therapie das Rezidivrisiko senken kann, wurde in einer Substudie der Phase-III-Studie PROTEUS untersucht.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 408 Patienten mit neu diagnostiziertem, nicht metastasiertem Hochrisiko-Prostatakarzinom randomisiert und erhielten entweder perioperativ Apalutamid (APA) plus Androgendeprivationstherapie (ADT) oder eine alleinige radikale Prostatektomie (RP), jeweils mit pelviner Lymphadenektomie (pLND). Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 37,8 Monaten verbsserte APA in Kombination mit ADT das EFS signifikant und reduzierte das Risiko für ein Rezidiv / Tod im Vergleich zur alleinige Operation um 62% (HR 0,38: 95%-KI_ 0,26-0,55), p<0,0001). Das mediane EFS wurde unter APA + ADT nicht erreicht, während es bei alleiniger Operation 19,1 Monate betrug. Nach 3 Jahren

Das Risiko für eine Metastasierung unter APA + ADT ebenso um 51% reduziert (HR 0,49; 95% KI 0,26-0,90). Nach drei Jahren hatten etwa 35 % gegenüber 68 % eine weitere Therapie erhalten. Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 traten bei 30,7 % versus 21,7 % auf.

Fazit: Die perioperative Therapie mit Apalutamid und ADT reduzierte gegenüber alleiniger Operation das Risiko für ein Ereignis des EFS-Endpunkts oder Tod um 62 %. Für das metastasenfreie Überleben wurde eine Risikoreduktion von 51 % berichtet; dieser Befund sollte angesichts der verfügbaren Angaben nicht automatisch als statistisch gesichert interpretiert werden. Zudem benötigten nach drei Jahren deutlich weniger Patienten eine weitere Therapie. Die Ergebnisse sprechen für das Potenzial einer perioperativen Therapieintensivierung beim lokalisierten und lokal fortgeschrittenen Hochrisiko-Prostatakarzinom.