© greenbutterfly – stock.adobe.com Während sich das Telemedizin-Angebot der ÖGK weiter verzögert, melden andere Angebote von Stadt Wien und Apotheken wachsendes Interesse bei Patient:innen.
Bei den sich derzeit häufenden Fällen von Schnupfen oder Grippe ist eine telemedizinische Videoberatung via 1450 „besonders sinnvoll“, sagt David Reif, Leiter des Gesundheitstelefons 1450. Die telemedizinische Videoberatung via 1450 mit der Möglichkeit der Rezeptausstellung und Krankschreibung gibt es seit 2024 und wird vom Fonds Soziales Wien der Stadt Wien betrieben. Von jenen, die das bereits taten, sind fast alle, 97 Prozent, zufrieden damit, 95 Prozent würden es wieder nützen. Reif sagt über die Gründe für die große Zufriedenheit: „In mehr als 80 Prozent der Fälle ist das Anliegen der Anrufer:innen mit der Videoberatung erledigt, und die Patient:innen können zu Hause bleiben, was angenehm für sie ist und in vielen Fällen ein Ansteckungsrisiko für andere senkt.“
Menschen, die außerhalb Wiens leben, müssen hingegen weiter warten, bis sie ein vergleichbares Angebot der medizinischen Versorgung haben, denn die ÖGK arbeitet immer noch an der Realisierung ihrer telemedizinischen Ambulanz. Deren Inbetriebnahme war zunächst für April dieses Jahres angekündigt, dann für Anfang 2027. Sie wird nun aber wie berichtet frühestens nach dem ersten Quartal 2027 erfolgen, da das Projekt „vergaberechtlich begleitet“ werde, das „Verfahren komplex“ sei, „Bewilligungen erforderlich“ seien und „Einsprüche möglich“ seien.
Als Pilotprojekt haben auch die Apotheken bereits die Telemedizin im Angebot. Über den ApoDoc an der Tara wurden für einige Monate lang jeweils am Freitagnachmittag und Samstagvormittag in einigen Apotheken in Wien und in Oberösterreich Kund:innen von Ärzten beraten und bei Bedarf mit einem Rezept versorgt. Neun von zehn der Kund:innen zeigten sich mit ApoDoc sehr zufrieden, und auch den meisten am Pilotprojekt teilnehmenden Apotheker:innen, gefiel es, Telemedizin anbieten zu können. Derzeit wird ApoDoc in Apotheken in Salzburg getestet und wird wohl auch dort von der Mehrheit der Beteiligten begrüßt. Ziel der Österreichischen Apothekerkammer (ÖAK) ist es, das Projekt nach Abschluss der Pilotphasen zur Dauereinrichtung zu machen. (sst)