Warum versagte der Schrittmacher?

Bei einer 55-jährigen Patientin wurde vor ca. drei Jahren bei einem chronischen Vorhofflimmern mit Neigung zu einer symptomatischen Bradyarrhythmie ein VVI-Schrittmacher implantiert. Der Heilungsverlauf war komplikationslos. Im weiteren Verlauf war die Patientin vollständig beschwerdefrei. Die regelmäßig durchgeführten Schrittmacherkontrollen ergaben keinerlei Hinweis für eine Batterieerschöpfung bzw. eine Schrittmacherdysfunktion.

 

 

Plötzliche Synkope

Zwei Monate nach der letzten Schrittmacherkontrolle kam es zu einem synkopalen Ereignis, was zur stationären Aufnahme führte. Das bei der Aufnahme angefertigte EKG zeigte unverändert eine absolute Arrhythmie bei Vorhofflimmern mit einer Kammerfrequenz um 60 Schläge/Min. Schrittmacheraktionen werden nicht dokumentiert. In dem daraufhin abgeleiteten Langzeit-EKG fanden sich intermittierend auftretende bradykarde Phasen mit einer Kammerfrequenz unter 40 Schlägen/Min. ohne Schrittmacheraktionen. Somit musste man von einem Exit-Block ausgehen.
Die daraufhin angefertigte Röntgen-Thoraxaufnahme zeigte ein Twiddler-Syndrom.

Seltene Komplikation

Das Twiddler-Syndrom ist eine seltene Komplikation nach einer Schrittmacherimplantation. Darunter versteht man, dass sich durch eine spontane mehrfache Rotation des Generators in der subpektoralen Tasche auch die Sonde mehrmals verdreht, was schließlich zur Sondendislokation mit Verlust der Stimulationsfunktion führt.
Die chirurgische Exploration zeigte ein neunfach um seine Längsachse gedrehtes Schrittmacheraggregat. Die Sonde wurde ersetzt und das Aggregat zusätzlich an der unterliegenden Muskelfaszie vernäht. Als Ursache des Twiddler-Syndroms wurde eine Pectoralisatrophie diskutiert.

Fabula docet

Eine seltene Komplikation bei Patienten nach Implantation eines Schrittmachers bzw. Defibrillators ist das Twiddler-Syndrom. Dabei führt eine spontane mehrfache Rotation des Aggregats in der subpektoralen Tasche zu einer Elektrodendislokation mit Exit-Block. Dies kann bei einem schrittmacherpflichtigen Patienten zu einem synkopalen Ereignis führen.