11. Tiroler und Vorarlberger AHOP-Fortbildungstag

Am 29.5.2026 fand in Innsbruck wieder ein spannender, informativer Fortbildungstag mit einem breit gefächerten Programm statt. Aktuelle Entwicklungen in der onkologischen Pflege und Therapie standen dabei im Mittelpunkt.

Sandra Turra, Mag.a Sonja Nessler, Maria Gruber

Update zur Immuntherapie

Der Eröffnungsvortrag wurde gemeinsam von Dr.in Verena Petzer, PhD und DGKPin Cornelia Innerhofer, BScN MSc gestaltet. Sie vermittelten praxisnah einen umfassenden Überblick über Wirkungsweise und Einsatzmöglichkeiten bispezifischer Antikörpertherapien. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem frühzeitigen Erkennen und dem pflegerischen Management der beiden wichtigsten Nebenwirkungen, des Cytokine-Release-Syndroms (CRS) und des immuneffektorzellassoziierten Neurotoxizitätssyndroms (ICANS). Durch die regelmäßige Durchführung des ICE-Scores (Immune Effector Cell Encephalopathy Score) können neurologische Veränderungen frühzeitig erkannt und erste Anzeichen eines ICANS rasch identifiziert werden. Dabei trägt die interdisziplinäre Zusammenarbeit wesentlich zu einer sicheren Versorgung und einem erfolgreichen Management dieser potenziell schwerwiegenden Nebenwirkungen bei.

Hautveränderungen unter antitumoralen Therapien

DGKPin Laura Liedmayr, BScN widmete sich den Veränderungen der Haut unter antitumoralen Therapien sowie den Möglichkeiten der Prävention und pflegerischen Unterstützung. Inzidenz und die weitreichenden Auswirkungen auf die Betroffenen wurden anschaulich dargestellt. Neben einer verminderten Therapieadhärenz können Hauttoxizitäten die Aktivitäten des täglichen Lebens erheblich beeinträchtigen, soziale Isolation und finanzielle Belastungen sind oft die Folge. Besonders hervorgehoben wurde die konsequente Basispflege als Grundlage zur Vorbeugung und Linderung von Hautveränderungen. Die frühzeitige Aufklärung und Beratung der Patient:innen gilt als wichtiger Bestandteil einer erfolgreichen Prävention und Therapieunterstützung.

Ernährung im onkologischen Setting

Im Vortrag des Diätologen Fabian Schmidt, BSc stand die Bedeutung einer frühzeitigen ernährungstherapeutischen Betreuung im Fokus. Die Relevanz der Mangelernährung bei Tumorpatient:innen wurde dargestellt und anhand des Stufenbaus ernährungstherapeutischer Interventionen aufgezeigt, wie durch eine frühzeitige Ernährungstherapie der Ernährungszustand stabilisiert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden kann. Ein regelmäßiges Ernährungsscreening, das gefährdete Patient:innen frühzeitig identifiziert, ist essenziell. Als etabliertes Instrument wurde dabei das Nutritional Risk Screening 2000 (NRS 2000) vorgestellt.

Ergänzend dazu präsentierte DGKP David Stettner, BScN die Rolle von Homecare-Diensten in der Versorgung onkologischer Patient:innen. Anhand der parenteralen Ernährung zeigte er auf, wie durch eine professionelle Betreuung im häuslichen Umfeld eine sichere und kontinuierliche ernährungstherapeutische Versorgung gewährleistet werden kann. Homecare-Dienste leisten dabei einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der Patient:innen und ihrer Angehörigen, fördern die Therapieadhärenz und ermöglichen vielen Betroffenen eine höhere Lebensqualität.

Auch beim heurigen Fortbildungstag wurde wieder die Wichtigkeit der spezialisierten Pflege deutlich. Sie ist ein wesentlicher Faktor für Resilienz und Lebensqualität der Patient:innen und unabdingbar im Sinne einer ganzheitlichen und sicheren Betreuung onkologischer Patient:innen.