Erste Hilfe bei Reizhusten

Ein trockener Reizhusten ist Husten ohne Auswurf. Er entsteht, wenn die Schleimhäute in Hals, Rachen oder Bronchien gereizt sind und Hustenrezeptoren Alarm schlagen. Oft kommt Reizhusten anfallsartig, häufig nachts, weil dann weniger geschluckt wird und die Schleimhäute leichter austrocknen.

Reizt etwas die Schleimhäute im Hals oder Kehlkopf, wird ein Signal ans Hirn geschickt, das Hustenreflex auslöst. Am häufigsten steckt ein Infekt der Atemwege dahinter. Zu Beginn einer Erkältung ist der Husten oft trocken, erst später kann er in einen Husten mit Schleim übergehen. Bei Erkältungen sind die Schleimhäute entzündet und ausgetrocknet, die Flimmerhärchen in der Lunge arbeiten schlechter, sodass ein trockener Hustenreiz die Folge ist.

Warum wir husten

Husten ist ein Schutzmechanismus des Körpers. Er entsteht dann, wenn chemische oder mechanische Reize auf die Atemwege einwirken. Das können zum Beispiel Staubpartikel oder Fremdkörper sein, die in die Atemwege oder Bronchien gelangt sind.
Um die Atemwege von den fremden Substanzen zu reinigen, wird die Luft durch den Hustenreflex explosionsartig ausgestoßen. Damit können die störenden Partikel hinausbefördert werden, und freies Durchatmen wird wieder möglich.

Bei einer Erkältung siedeln sich die Erreger häufig erst in den oberen Atemwegen an und breiten sich anschließend in den unteren Atemwegen aus.
Die eingedrungenen Viren setzen sich an der Schleimhaut der Bronchien fest und stören so die Funktion, vor allem beeinträchtigen sie die Arbeit der sogenannten Flimmerhärchen.
Diese sorgen dafür, dass Schleim und alle Fremdkörper, die sich darin verfangen haben, auf natürlichem Wege aus den Atemwegen abtransportiert werden. So wird die Lunge „von innen heraus“ gereinigt. Bei einer Infektion wird noch mehr Schleim produziert, um die Krankheitserreger aus der Lunge zu transportieren. Gleichzeitig sind die Flimmerhärchen aber in ihrer Reinigungsfunktion gehemmt und versuchen daher, den angesammelten Schleim durch Husten abzutransportieren.

Jeder Husten verläuft in Phasen, zuerst kratzt es im Hals, dann folgt für ein paar Tage ein trockener Reizhusten, später wird Schleim gebildet. In dieser Phase beginnt der sogenannte produktive Husten, und zum Schluss kommt noch einmal ein Restreizhusten.
Diese Veränderung des Hustens erklärt auch, warum ein Produkt, das heute hilft, morgen vielleicht nicht mehr ausreichend Linderung schafft. So benötigen wir bei trockenem Reizhusten Hustenstiller, sogenannte Antitussiva, damit wir uns besser fühlen. Wenn jedoch jede Menge Schleim in den Atemwegen festsitzt, der abgehustet werden sollte, dann sind Antitussiva nicht das richtige Medikament. Jetzt braucht es Produkte, die dafür sorgen, dass der Schleim weniger zäh und dafür flüssiger wird.
Inhalationen können sowohl bei trockenem Husten als auch bei Husten mit Auswurf helfen. Zusätze wie ätherische Öle, Salz oder Heilkräuter verstärken den Effekt noch. Gegen Entzündungen helfen etwa Kamille oder Eukalyptus. Anis, Fenchel und Thymian lösen den Schleim. Thymian ist bei jeder Form von Husten äußerst hilfreich, aber auch Spitzwegerich, Huflattich, Süßholz, Malvenblüten und eine ganze Reihe ayurvedischer Gewürze haben sich bei Husten bestens bewährt. Viele Hustenmittel aus der Apotheke setzen auf die Heilkräfte der Natur, verstärken jedoch ihren Effekt zusätzlich durch eine besonders reine Form. Für unterwegs leisten Pastillen mit wohltuenden Kräutern Abhilfe, wenn der Hustenreiz unangenehm wird.

Atemwege im Alltag schützen

Unsere Atemwege leisten jeden Tag Schwerstarbeit, denn sie filtern Staub und Keime aus der Luft, befeuchten und erwärmen jeden Atemzug und bilden eine Schutzbarriere für Bronchien und Lunge. In der Heizperiode, in vollen Öffis, im Büro oder beim Sport in kalter Luft geraten sie leicht unter Druck.
Besonders die trockene Heizungsluft reizt die Schleimhäute, und sie können Krankheitserreger schlechter abwehren. Ideal sind etwa 40 bis 60 Prozent Luftfeuchte, die durch regelmäßiges Stoßlüften, Zimmerpflanzen oder eine Schale Wasser am Heizkörper erreicht werden kann. Wer ausreichend Flüssigkeit zuführt, hält den Schleimfilm in Nase und Rachen intakt, das ist eine der wirksamsten natürlichen Barrieren. Warme Getränke, etwa Wasser oder ungesüßter Kräutertee, sind dabei oft angenehmer als kalte.
Wer möglichst oft durch die Nase atmet, kann die Luft vorfiltern und anfeuchten. Bei trockener Nase können Meerwassersprays oder Nasenspülungen unterstützend wirken. Rauch, stark parfümierte Raumdüfte oder aggressive Reinigungsmittel belasten die Schleimhäute.
Bei Kälte schützt ein Schal vor dem Mund, damit die eingeatmete Luft wärmer ankommt. Händewaschen, Abstand zu hustenden Personen und regelmäßige Pausen an der frischen Luft reduzieren auf einfache und wirkungsvolle Weise die Keimlast.

Inhalieren – so einfach geht’s

Inhalieren kann die Atemwege im Winter spürbar entlasten, vorausgesetzt, es wird richtig gemacht. Dampf-Inhalationen befeuchten vor allem Nase, Rachen und Kehlkopf. Ein Vernebler erzeugt sehr feine Tröpfchen, die je nach Gerät und Partikelgröße auch tiefer in die Bronchien gelangen können. Für die Befeuchtung der Schleimhäute eignet sich eine isotonische Kochsalzlösung, sie ist gut verträglich und auch für Kinder geeignet. Hypertonische Lösungen (meist 3 % oder mehr) können zähen Schleim besser lösen, reizen aber bei empfindlichen Atemwegen eher und sollten bei Asthma oder kleinen Kindern nur nach Rücksprache verwendet werden.
Wichtig sind Temperatur und Dauer. Der Dampf darf nicht zu heiß sein, daher besser lauwarm und mehrmals fünf Minuten lang inhalieren. Häufige Fehler sind zu heißes Wasser, zu kurze Anwendung oder das Inhalieren direkt vor dem Zubettgehen bei starkem Hustenreiz.